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Wissenschaft - Forscher haben Zucker im Zentrum der Milchstraße gefunden – und das ist ein Riesending für unsere Suche nach Aliens
Lecker, aber unerreichbar: Zucker in 27.000 Lichtjahren Entfernung (Bildquelle: Adobe Firefly, generative KI).
Dieser Fund schmeckt süß. Astronomen haben erstmals im interstellaren Weltraum Zuckermoleküle aufgespürt. Was wie eine belanglose Kleinigkeit anmutet, ergänzt unser sich stetig erweiterndes Bild vom Kosmos um etwas Wertvolles: ein weiteres Indiz für die mögliche Existenz außerirdischen Lebens.
Bleibt aber für den morgendlichen Tee oder Kaffee lieber beim Zucker aus dem Küchenschrank, denn die sogenannte Erythrulose befindet sich in der Molekülwolke G+0,693−0,027 im Zentrum der Milchstraße, etwa 26.700 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Bei ihr handelt es sich der neuen Studie zufolge um den ersten im interstellaren Raum entdeckten Vierkohlenstoff-Zucker. Bisher wurden nur kürzerkettige Exemplare entdeckt, die nur entfernt mit dem uns vertrauten Süßungsmittel verwandt sind.
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Der Fund gelang mit Radioteleskopen in Spanien. Jedes Molekül rotiert im All auf eine eigene Weise und sendet dabei Strahlung bei ganz bestimmten Frequenzen aus – ein unverwechselbarer Fingerabdruck. Die Forschenden hatten dieses Charakteristikum von Erythrulose vorher im Labor vermessen und konnten es nun in der fernen Gaswolke wiederfinden.
Überraschend ist beim Weltraumzucker vorrangig sein Reichtum an Kohlenstoffatomen (C), nämlich vier pro Molekül. Bisher kannten wir im Weltraum nur Zuckervorstufen mit zwei C-Atomen. Dass nun der Drei-C‑Zucker in der Wolke nahezu wegfällt – er war für die Forscher nämlich kaum nachweisbar –, kam unerwartet.
Erst Simulationen im Nachgang der Entdeckung mit angepassten Parametern legen nahe, wie solche Mengen an relativ komplexen Zuckern entstehen können:
Entscheidend sind hierbei Schockwellen, die vermutlich durch die Kollision von Molekülwolken losbrechen. Sie wandern durch die Wolken und lösen Moleküle von winzigen Staubkörnern mit Eismantel ab. Zuvor rekombinieren sich C‑Atome an der Oberfläche der Körner. Dies wird durch die intensive kosmische Strahlung, die in der Region vorherrschend ist, begünstigt. Sie liegt rund 100- bis 1.000-fach über dem Galaxis-Standard.
Wir blicken gewissermaßen auf das Produkt eines interstellaren Reaktors für komplexe Moleküle.