// EUROGAMER.DE — GAMING
Jackbox Party Pack 12: Warum mein Hype mir zum Verhängnis wurde
Neue Minispiele, vertrautes Chaos: Doch zwei Ideen zünden auf der Party-Couch nicht so wie erhofft.
Endlich wieder Zeit für Party-Spiele! Das Jackbox Party Pack 12 ist jetzt seit einigen Tagen auf dem Markt und ich bin mit einigen Freunden schon in die verrückten Minispiele abgetaucht. Auf der Gamescom hatte ich bereits ein paar der Spiele ausprobiert und bin mit wirklich hohen Erwartungen in das Pack gestartet und habe auch alle meine Kumpels sehr heiß gemacht. Nur irgendwie hat sich der Funke dann mit einer vollen Runde nur bei einigen Spielen entzündet.
Das Party Pack 12 ist im Großen und Ganzen gut, es hat ein paar wirklich coole, neue Ideen im Gepäck. Leider aber auch ein oder zwei, die einfach nicht so ganz viel Spaß gemacht haben, wie gehofft. Ich stelle mal vor:
We Forgot a Card: Ihr bekommt Grußkarten mit verschiedenen Sprüchen, die wir mit allerlei Quatsch vervollständigen können. Eben eines dieser typischen Textformate. Ich würde sagen, definitiv eins der besseren. Hier habe ich immer wieder gelacht. Zuerst haben wir uns ein Oberthema ausgesucht - fair, per Voting - und sogar die Themen, die im ersten Moment langweilig erscheinen, wie "Geburtstag" bieten wirklich witzige Ansätze zum Weiterschreiben. Weder ein Flop, noch der absolute Banger. Es ist eben ein solides Wortspiel mit Potenzial für wilde Sprüche.
MegaPals: Das ist tatsächlich auch sehr witzig. Zu einem Oberthema tippen alle Spieler auf ihrem Bildschirm in kurzer Zeit einfach jede Assoziation ein, die ihnen in den Sinn kommt. Dabei versuchen sie, so viele Matches mit anderen Mitspielern zu schaffen, wie möglich. Ohne Absprache auf dieselben Worte zu kommen, gibt Punkte und lässt euer Freundelevel in die Höhe schießen. Bei meiner Gruppe war das nicht so schwer, die Frechdachse und Rabauken kenne ich alle schon viele Jahre und kann ihren Humor und ihre Lieblingsthemen ganz gut einschätzen. Zwei, drei Wörter haben eigentlich immer zu einem Treffer geführt. Nach der ersten, vom Spiel vorgegebenen Runde könnt ihr dann ein Thema unter all den Wörtern wählen, die eure Mitspieler in der vorigen Runde eifrig eingetippt haben. Das ist ein geniales Feature, weil hier wirklich gefühlt alles zur Mitte der Mindmap werden kann. Känguru, ein bestimmter Mitspieler, Pokémon, "Warum bin ich hier" oder Wörter, die ich in die Kategorie pubertärer Humor stecken würde.
Debate and Switch: Das ist das erste Game, bei dem ich irgendwie nicht ganz so viel Spaß hatte. Eigentlich lieben meine Freunde Spiele, bei denen man frei reden darf und sich dabei komplett im Wahnsinn und Blödsinn verliert. Hier geht es darum, dass zwei Personen gegeneinander debattieren. Selber Punkt, selbe Aussage, aber der eine muss dafür, der andere dagegen argumentieren. Vorbereitungszeit sind winzige zehn Sekunden und ab geht's. Da gab es in der Jackbox-Reihe definitiv schon bessere Laber-Games. Hier ist vor allem das Problem, dass es fast immer einen Punkt gibt der viel leichter zu verteidigen ist und die andere Person dann einfach die Arschkarte hat und wirklich extrem kreativ werden muss. Das ist beinahe etwas zu anstrengend für einen Partyabend voller Quatsch-Games.
Hyperface: Mein heimlicher Hoffnungsträger. Stellt euch das Spiel ein bisschen wie Snapchat vor. Ihr bekommt einen Satz, der eine Situation beschreibt, und sollt dann ein Bild dazu erstellen. Ihr könnt aus ein paar Standardbildern im Spiel wählen oder ihr nehmt selber ein Selfie auf - oder was euch sonst so Kreatives einfällt - und bearbeitet es. Ihr könnt morphen, Körperteile größer und kleiner werden lassen, Bildbereiche verwischen und zeichnen. Damit lassen sich verstörend-verrückte Kunstwerke anfertigen und für jemanden wie mich, der seine Mitspieler seltener im echten Leben sieht, ist es auch schön, meine Lieblingsmenschen mit den wilden Live-Fotos einfach ein bisschen näher zu haben. Es haben allerdings erstaunlich viele Mitspieler auch einfach nur die Bilder aus dem Spiel genutzt, was oft ein ziemlicher Nachteil war, wenn diese i