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Neue KI soll die Planung von Mondlandungen erleichtern
Die Suche nach geeigneten Mondlandeplätzen erfordert die Auswertung umfangreicher Karten, Aufnahmen und Geländedaten. Ein neues KI-System namens LUMINA soll solche Informationen in mehreren Schritten analysieren, mögliche Gefahren erkennen und begründete Standortempfehlungen liefern. Erste Ergebnisse deuten auf Potenzial hin, doch eine umfassende Leistungsbewertung des neuen Systems ist bisher nicht öffentlich zugänglich.
Columbus (U.S.A.). Für künftige Mondmissionen kommt es bei der Wahl eines Landeplatzes nicht allein auf eine möglichst ebene Fläche an. Auch Lichtverhältnisse, steile Hänge, größere Felsbrocken und der Zugang zu wissenschaftlich interessanten Regionen beeinflussen, ob ein Gebiet geeignet ist.
Besonders anspruchsvoll ist die Suche in der Südpolregion des Mondes, wo sich mögliche Wassereisvorkommen und schwierige Geländeformen überlagern. Für eine fundierte Auswahl müssen deshalb unterschiedliche Aufnahmen, Karten und Messdaten zusammengeführt und hinsichtlich Sicherheit, Ressourcen und Forschungsnutzen gegeneinander abgewogen werden.
Gokce Inal von der Ohio State University (OSU) hat dafür ein KI-System mit dem Namen LUMINA entwickelt. Ende Oktober 2026 wurde der Ansatz auf einer internationalen Fachtagung für Planetenforschung als Hilfsmittel zur Bewertung von Mondlandeplätzen vorgestellt.
LUMINA baut auf dem früheren Bild-Sprach-Modell LLaVA-LE auf, das Mondlandschaften beschreiben und wissenschaftliche Fragen zu Aufnahmen beantworten kann. Im Unterschied zu diesem Vorgänger soll die neue KI mehrere Analyseschritte planen und ausführen, mögliche Gefahrenstellen beurteilen und erläutern, welche Informationen für ihre Empfehlungen sprechen.
„Diese Arbeit soll KI und Planetenforschung verbinden“, erklärt Gokce Inal.
Erste Ergebnisse zeigen nach Angaben der Universität, dass LUMINA komplexe Mondlandschaften beschreiben und wissenschaftlich sinnvolle Hinweise zu möglichen Landestellen liefern kann. Wie zuverlässig die Auswahl in unterschiedlichen Gebieten ausfällt, lässt sich aus den öffentlich zugänglichen Angaben jedoch noch nicht quantitativ beurteilen.
So fehlen bisher beispielsweise veröffentlichte Vergleichswerte zur Erkennung gefährlicher Geländeformen und zur Übereinstimmung mit fachlichen Bewertungen durch Menschen. Das System ist zudem als Unterstützung für Missionsplaner gedacht und nicht als eigenständig entscheidende Instanz, die Landeplätze ohne menschliche Prüfung festlegt.
„Die meisten KI-Werkzeuge sind passiv“, erklärt Gokce Inal.
Die bisher vorgestellte Entwicklung ist daher noch kein Nachweis dafür, dass sich reale Mondlandungen mit LUMINA sicherer oder schneller planen lassen. Eine vollständige wissenschaftliche Veröffentlichung mit überprüfbarer Methodik und belastbaren Leistungskennzahlen des neuen Systems ist bislang nicht zugänglich.