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Oracle Fusion: ChatGPT soll Geschäftsabläufe starten statt nur erklären
Oracle erweitert seine Cloud-Unternehmenssoftware Fusion mit KI-Assistenten. Fusion Companion und Agentic Home sollen Aufgaben vereinfachen.
Oracle erweitert die Bedienung seiner Cloud-Unternehmenssoftware Fusion für Bereiche wie Finanzen, Personal und Lieferketten. Auf der Oracle AI World in Las Vegas stellte das Unternehmen Fusion Companion und Fusion Agentic Home vor. Beschäftigte sollen Geschäftsziele in natürlicher Sprache formulieren können. Die Software soll daraus die benötigten Transaktionen, Abläufe, Freigaben und Agenten auswählen und ihre Ausführung koordinieren.
Damit sollen Anwender nicht mehr selbst wissen müssen, welche Fusion-Anwendung oder welchen einzelnen Agenten sie für eine Aufgabe benötigen. Der Zugriff ist über unterstützte KI-Anwendungen wie ChatGPT sowie über Fusion Agentic Home vorgesehen. Die Oracle-Oberfläche soll es ermöglichen, Aufgaben zu delegieren und ihren Fortschritt bis zum Abschluss zu verfolgen.
Fusion Companion soll dafür Geschäftsdaten, Benutzerberechtigungen und den Kontext der Fusion-Anwendungen berücksichtigen. Laut Oracle kann es außerdem Informationen aus anderen Unternehmenssystemen einbeziehen und dort autorisierte Aktionen koordinieren. Bestehende Identitäts-, Berechtigungs- und Freigaberegeln sollen dabei erhalten bleiben.
Für aufwendige Berechnungen und länger laufende Aufgaben verweist Oracle auf Fusion Claw. Die bereits am 29. September angekündigte Ausführungsumgebung kombiniert die Planung durch Sprachmodelle mit deterministischen Berechnungen. Modelle sollen Pläne entwickeln und Alternativen bewerten, deterministische Verfahren übernehmen umfangreiche Rechenarbeit und die Ausführung definierter Schritte.
Als Einsatzfelder nennt Oracle unter anderem Finanzanalysen, Personalplanung, Lieferkettenoptimierung und die fortlaufende Anpassung von Plänen an veränderte Bedingungen. Für die KI-Verarbeitung kommen unter anderem Modelle von OpenAI und Googles Gemini zum Einsatz. Bereits im September stellte Oracle 25 neue Claw-basierte Anwendungen innerhalb eines Portfolios von insgesamt 75 Agentenanwendungen vor.
Unternehmen sollen festlegen können, innerhalb welcher Berechtigungen, Risikogrenzen und Freigabevorgaben die Anwendungen handeln. Oracle beschreibt ein Spektrum von bestätigungspflichtigen Schritten bis zur autonomen Ausführung innerhalb ausdrücklich übertragener Befugnisse.
Ein sogenanntes Outcome Receipt soll die Ausführung nachvollziehbar machen. Das Protokoll erfasst laut Oracle unter anderem die zugrunde liegenden Befugnisse, verwendeten Informationen, getroffenen Entscheidungen und ausgeführten Transaktionen. Bei erforderlichen Freigaben oder Ausnahmen soll die Software die zuständigen Personen einbeziehen.
Fusion Companion überschneidet sich teilweise mit dem ebenfalls angekündigten Oracle AI Workspace. Er soll neben Fusion auch NetSuite, Datenbanken, Cloud-Dienste und weitere Unternehmensquellen über ChatGPT erschließen. Companion konzentriert sich auf die Koordination von Geschäftsabläufen im Fusion-Kontext. Wie beide Angebote technisch zusammenarbeiten, geht aus der Ankündigung nicht hervor.
Zusätzlich stellte Oracle Werkzeuge für die KI-gestützte Einführung und Konfiguration von Fusion vor. Die öffentliche Fusion Setup and Configuration Registry enthält Skills, Skripte und Referenzabläufe. Die Inhalte beschreiben Konfigurationen, Abhängigkeiten und Prüfungen. KI-Werkzeuge sollen damit Einrichtung und Implementierungsaufgaben direkt in Fusion ausführen sowie die Ergebnisse testen und validieren können.