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Kein Geld fürs E-Auto: VW drückt beim elektrischen Golf auf Pause
Volkswagen stoppt vorerst die Vorarbeiten für den das Elektro-Modell VW ID. Golf. Wolfsburg fehlen 300 Millionen Euro zum Sparziel, der Zeitplan wackelt.
Der VW ID.3 ist gewissermaßen der Vorgänger des geplanten VW ID.Golf. Kurz war sogar spekuliert worden, ihn entsprechend umzubenennen.
Volkswagen setzt die Entwicklungsvorleistungen für den VW ID. Golf vorerst aus. Gemeint ist der elektrische Nachfolger des Golf, der in Wolfsburg gebaut werden soll. VW-Markenchef Thomas Schäfer begründete den Schritt in einem internen Interview mit der Finanzlage: „Wir können uns diese Arbeiten gerade schlicht nicht leisten.“ Aufgegeben ist das Projekt laut Schäfer nicht: „Wir können kein Geld ausgeben, das wir nicht verdienen. Wir pausieren, wir streichen nicht.“
Hintergrund ist unter anderem das Wolfsburger Stammwerk, das seine Einsparziele verfehlt. Im laufenden Jahr fehlen dort laut Schäfer rund 300 Millionen Euro zum Kostenziel, während Emden und Zwickau bei den Fabrikkosten im Plan liegen. „Die Lage ist ernst“, sagte der Markenchef. Das Sparprogramm sei ein Marathon, bei dem „ein kleiner Sprint“ helfen würde. Die 300 Millionen Euro beschreiben die Lücke des Werks, nicht die Kosten des Golf-Projekts. Welchen Anteil die ID.-Golf-Vorleistungen am Wolfsburger Sparziel haben, hat VW nicht beziffert. Die Entscheidung fällt mit den Neunmonatszahlen der Markengruppe Core zusammen, die einen gesunkenen Gewinn ausweisen.
Ob Konstruktion, Erprobung, Softwareentwicklung oder Aufträge an Zulieferer komplett stillstehen oder teilweise weiterlaufen, kommuniziert Volkswagen ebensowenig wie einen möglichen Termin für einen Neustart. Schäfer verlangt weitere Kostensenkungen und will die Arbeiten „so schnell wie möglich“ wieder aufnehmen.
Für den Marktstart spricht VW inzwischen von „Anfang der 2030er-Jahre“. Im Frühjahr war intern noch von einem Start „in Richtung 2030“ die Rede. Ursprünglich war der VW ID. Golf Berichten zufolge für 2028 geplant, später für 2029. In Wolfsburg soll zuerst der elektrische VW T-Roc auf der neuen Plattform anlaufen, der Golf folgt. Der Betriebsrat gibt sich laut Bericht des NDR zuversichtlich: „Die Pause bedeutet nicht, dass der ID.Golf tatsächlich verzögert an den Start gehen wird, Zeitverzug lässt sich aufholen.“
Die Automobilexpertin Helena Wisbert von der Ostfalia Hochschule sieht das skeptischer. Fahrzeugentwicklungen seien eng getaktet, frühe Verzögerungen könnten den Produktionsstart nach hinten schieben. Das sei kritisch, weil elektrische Klein- und Kompaktwagen gerade gefragt seien: Für den ID. Polo und vergleichbare Modelle von Cupra und Skoda gibt es laut VW bereits rund 150.000 Bestellungen.
Der VW ID. Golf soll auf der Scalable Systems Platform (SSP) aufbauen. VW beschreibt sie als rein elektrische, volldigitale Mechatronikplattform mit einheitlicher Software-Architektur. Sie soll marken- und segmentübergreifend genutzt werden, geplant waren mehr als 40 Millionen Fahrzeuge. Stockt die Arbeit an der SSP nach den bereits eingetretenen Verzögerungen weiter, könnte das über den Golf hinaus weitere Konzernmodelle auf dieser Architektur treffen. Welche das wären, lässt sich aus den bisherigen Angaben nicht ableiten. Für Golf und T-Roc zusammen hatte der Betriebsrat 2025 ein Volumen von mehr als 500.000 Fahrzeugen pro Jahr in Wolfsburg genannt.
Die Markengruppe Core kam in den ersten neun Monaten 2026 auf ein operatives Ergebnis von 4,33 Milliarden Euro, nach 4,72 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Marke Volkswagen Pkw erreichte nur 813 Millionen Euro und eine Rendite von 1,3 Prozent, im dritten Quartal laut NDR sogar einen Verlust von 182 Millionen Euro. Neben Sondereffekten wie Restrukturierungen und dem Aus der ID.4-Fertigung in Chattanooga nennt VW Verkaufshilfen und einen ungünstigen Modellmix. Die Nachfrage nach E-Autos steige, gehe aber zulasten ertragsstärkerer Verbrenner. Finanzvorstand David Powels sagte: „Gleichzeitig erreichen sie noch nicht die Margen unserer Verbrenner-Modelle – der wachsende BEV-An