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Steinmeier zu KI: "Nicht das Ob steht zur Frage, sondern das Wie"
Zum Abschluss seiner China-Reise hat Bundespräsident Steinmeier vor den Risiken Künstlicher Intelligenz für die Demokratie gewarnt. Über Fortschritte im Handelskonflikt zwischen Europa und China äußerte er sich vorsichtig optimistisch.
Kurz vor dem Rückflug aus Peking prägen zwei Themen das Interview von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für den Bericht aus Berlin: die Beziehungen zu China und die Zukunft angesichts der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI). Am Montag startet in Berlin der Digitalgipfel der Bundesregierung - im Fokus: Wie Deutschland und Europa im globalen Technologiewettbewerb bestehen können.
Steinmeier macht deutlich, dass er KI als eine der entscheidenden Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte betrachtet. "Die Anwendung der Künstlichen Intelligenz findet statt. Nicht das Ob steht zur Frage, sondern das Wie", sagt er. Die Debatte erinnere ihn an Diskussionen über die Globalisierung in den 1990er-Jahren. Auch damals habe sich letztlich nicht die Frage gestellt, ob die Entwicklung komme, sondern wie Politik und Gesellschaft damit umgehen.
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Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb sieht Steinmeier die USA und China derzeit vor Europa. Dennoch müsse Deutschland selbstbewusst bleiben. Gerade in der industriellen Anwendung von KI, etwa in Produktions- und Steuerungsprozessen, hätten deutsche Unternehmen große Stärken.
Für den Bundespräsidenten ist deshalb klar: Europa kann es sich nicht leisten, die Technologie abzulehnen. Wer über Regeln für KI mitentscheiden wolle, müsse die Technologie auch verstehen und beherrschen. Die wirtschaftlichen Folgen eines Verzichts wären aus seiner Sicht erheblich.
Gleichzeitig plädiert Steinmeier für internationale Spielregeln. Die Frage der Beherrschbarkeit von KI sei keine nationale, sondern eine globale Herausforderung. Im Gespräch mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping habe sich gezeigt, dass auch die chinesische Seite den Bedarf nach Regeln und Kontrolle sehe. Langfristig sollten solche Standards nach Ansicht Steinmeiers möglichst unter dem Dach der Vereinten Nationen entwickelt werden.
Die eigentliche Gefahr von KI sieht Steinmeier nicht in Fabriken oder Unternehmen, sondern für die Demokratie. Schon heute seien Soziale Netzwerke ein Einfallstor für gezielte Desinformation und Manipulation. Durch KI könnten solche Möglichkeiten in den kommenden Jahren erheblich ausgeweitet werden.
"Die Demokratie setzt auf Mündigkeit und Urteilsfähigkeit ihrer Bürger. Die Menschen dürfen nicht zu Mündeln einer Maschine werden", warnt der Bundespräsident.
Anders als autoritäre Staaten, die KI möglicherweise auch zur Perfektionierung gesellschaftlicher Kontrolle nutzen könnten, seien demokratische Gesellschaften auf unabhängige Meinungsbildung angewiesen. Bürgerinnen und Bürger müssten deshalb in die Lage versetzt werden, manipulierte Bilder, Videos und andere KI-generierte Inhalte zu erkennen.