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Füllstandsvorgaben bei Gasspeichern nicht erreicht
Bis heute sollten die Gasspeicher einen durchschnittlichen Füllstand von 70 Prozent erreichen - aber die Vorgabe wurde verfehlt. Die Versorgung im Winter sei dennoch gesichert, betonen Wirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur.
Die Vorgaben für die Füllstände von deutschen Gasspeichern wurden verfehlt. Zum heutigen Stichtag sind die Speicher nur zu rund 61,2 Prozent gefüllt, wie aus aktuellsten Daten der europäischen Plattform AGSI hervorgeht. Gesetzlich vorgegeben sind am 1. November Füllstände von durchschnittlich 70 Prozent.
Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums betonte, die Gasversorgung sei auch bei den derzeitigen Speicherfüllständen für den Winter gesichert. Entscheidend für die Versorgungssicherheit seien nicht allein die Speicherfüllstände, sondern auch die tatsächliche Ausspeicherung, laufende Gasimporte und weitere Vorsorgemaßnahmen.
Ähnlich formuliert es auch die Bundesnetzagentur: Sie schätze die Gefahr einer angespannten Gasversorgung nach aktuellem Erkenntnisstand weiterhin als gering ein. Netzagentur-Chef Klaus Müller betonte: "Es ist für die sichere Gasversorgung nicht mehr zwingend, dass die Speicherziele erreicht werden." Deutschland verfüge mittlerweile über Flüssiggas-Terminals, über die Gas importiert werden könne.
Wirtschaftsministerin Reiche drängt alle Energieunternehmen dazu, mehr Erdgas einzuspeichern.
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Es gibt auch Kritik: Der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner warf Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mangelnde Vorsorge vor. "Die Gasspeicherfüllstände sind gering wie noch nie." Es gebe keinen Sicherheitspuffer.
Dass die Vorgaben verfehlt wurden, hat laut Tim Kehler, Vorstand des Verbandes Gas- und Wasserwirtschaft, keine Sanktionen zur Folge. Die Vorgaben seien ein Sicherheitsnetz. "Für die Versorgung entscheidend ist: Die Händler haben für ihre Kunden das für den Winter bestellte Gas eingespeichert und tun das weiterhin", so Kehler. Aktuell sei eine Kapazität von rund 150 Terawattstunden in den Speichern - "spürbar mehr, als im letzten Winter aus den Speichern entnommen wurde".
Auch die Bundesnetzagentur sieht keinen Handlungsbedarf. Laut Energiewirtschaftsgesetz könnten zwar gebuchte Speicherkapazitäten entzogen werden, wenn dies erforderlich erscheine. "Dies ist aktuell nicht der Fall", erklärte die Behörde.
Dieses Thema im Programm: NDR Info | Nachrichten | 01.11.2026 | 11:29 Uhr, tagesschau.de | Deutschland verfehlt Gasspeicher-Ziel | 01.11.2026 | 13:35 Uhr