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heise+ | Der Traktor, den Landwirte selbst reparieren können, wird zum Verkaufserfolg
Ursa AG baut in Alberta weitgehend elektronikfreie Traktoren, die Eigenreparaturen nicht aktiv verhindern. Die Nachfrage übersteigt die Produktion deutlich.
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Während große Landmaschinenhersteller ihre Traktoren mit Software, Sensoren und Vernetzung vollpacken, geht ein Zehn-Personen-Betrieb aus Kanada mit voller Absicht den umgekehrten Weg: Ursa AG montiert im Örtchen Bowden in der Provinz Alberta Traktoren mit Motoren, Getrieben und Bedienelementen, die, so weit es geht, auf Elektronik verzichten. Die Maschinen sollen sich ohne Herstellersoftware und ohne Freischaltung durch einen Vertragshändler warten und reparieren lassen.
Das ist ein Gegenentwurf zu moderner Landtechnik, die Reparaturen auf Hof oder Feld aktiv blockiert. Sollte ein moderner Traktor auch nur wegen einer Lappalie auf dem Feld stehen bleiben, muss eigens ein Servicetechniker anreisen. Sollte das etwa kurz vor einem Wetterumschwung am Termin scheitern, ist die Ernte in Gefahr. Das Thema ist mittlerweile ein Dauerstreitpunkt, wie etwa John Deeres gebrochenes Reparaturversprechen von 2021 zeigt.
Inzwischen kommen Anfragen aus ganz Nordamerika und darüber hinaus. Die Modellübersicht von Ursa AG listet derzeit drei Varianten: den AG 150 und den AG 180 mit 150 beziehungsweise 180 PS sowie den AG 260 mit 260 PS. Die Maschinen kosten in Grundausstattung 129.900, 149.900 und 199.900 kanadische Dollar, jeweils ohne Steuern, Fracht, Zölle und Sonderausstattung. Umgerechnet sind das rund 83.000, 96.000 und 128.000 Euro. Firmenchef Doug Wilson rechnet beim kleinsten Modell etwa 850 kanadische Dollar pro PS vor – ein Verhältnis, das laut Bericht des kanadischen Senders CBC nach Wilsons Worten zuletzt vor rund zehn Jahren üblich war. Nach Wilsons Schätzung kosten seine Maschinen etwa die Hälfte vergleichbarer Traktoren mit umfangreicher Technikausstattung.
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