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Nachrichten-Leak: Wachstum scheint bei Proton aktuell wichtiger als Sicherheit
Geleakte Slack-Nachrichten legen nahe, dass bei Proton Sicherheit nicht oberste Priorität hat. Der CEO drängt auf KI-Einsatz.
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Geleakte Slack-Nachrichten aus der internen Kommunikation bei Proton legen nahe, dass Sicherheit in dem Unternehmen aktuell nicht besonders großgeschrieben wird. Die Nachrichten lesen sich so, als ob dem CEO Andy Yen ein exzessiver KI-Einsatz beim Programmieren, um als Firma möglichst schnell zu wachsen, wichtiger wäre als die Sicherheit der Anwendungen. Mitarbeiter, die Bedenken äußern, werden von ihm angeblich hart persönlich angegangen.
Proton, ein Anbieter für datensichere, private Mailkonten, Cloudspeicher, Kalender, Passwortmanager, Authenticator-App und einiges mehr, galt in der Datenschutz-Community bisher als großer Hoffnungsträger. Durch ein immer umfangreicheres Angebot an Diensten wurde der Anbieter langsam zu einer sehr anwenderfreundlichen Alternative zu Google, Microsoft & Co. In einer Welt, in der man für die Kontrolle über seine eigenen Daten in der Regel eine Extrameile gehen muss, eine hoffnungsvolle Abwechslung. Doch die tollste Verschlüsselung und beste Datenpolitik helfen einem nichts, wenn die Anwendungen von kriminellen (oder interessierten geheimdienstlichen) Dritten geknackt und ausgelesen werden können – ein in Zeiten von zunehmenden KI-Angriffen wachsendes Risiko. Cybersicherheit müsste also auch an oberster Stelle stehen bei Proton – würde man zumindest denken.
Die Ergebnisse einer Recherche von 404 Media, in deren Rahmen das Medium mit acht aktuellen und einem ehemaligen Mitarbeiter bei Proton sprach und interne Slacknachrichten und Meeting-Mitschnitte auswertete, zeichnen ein anderes Bild. Ein Mitarbeiter warb zum Beispiel wohl im Security-Slack-Kanal des Unternehmens dafür, dass man den Code wenigstens ein paar Tage auf Sicherheit testen solle, bevor man ihn live schalte. Andy Yen antwortet wohl: „Das ist Quatsch und die Denkweise von Versagern. Natürlich kann man schnell und sicher sein.“
Ein anderer Mitarbeiter drängte wohl daraufhin Yen dazu, konkret zu sagen, wie sichergestellt werden könne, dass KI-generierter Code frei von Sicherheitsproblemen sei. „KI wird unsere Probleme nicht auf magische Weise lösen, denn Sicherheit hat bei uns derzeit eine niedrige Priorität“, so der Mitarbeiter. Yen habe darauf nicht direkt geantwortet, sondern einen anderen Mitarbeiter beleidigt. Er „erzählt wieder seinen üblichen Quatsch, dass wir es zwar schaffen können, aber noch langsamer sein werden als heute, und ich sage, nur Verlierer denken so“, schrieb Yen. Die Mitarbeiter sollten einfach besser prompten. „Ihr habt die Modelle und die Zeit – jeder Entwickler sollte das tun und seinen Code überprüfen, was sie früher manuell gemacht haben, aber jetzt können sie es mit KI schneller erledigen“, fügte Yen hinzu.
Auch das findet man immer wieder in den geleakten Nachrichten. Proton solle wachsen – damit das klappt, soll es effizienter werden – und damit das klappt, sollen die Mitarbeiter intensiv KI nutzen. Neunzig Prozent des Codes bei Proton wurden im Oktober wohl von KI geschrieben, so ist es auf einer Audioaufnahme einer Besprechung zu hören, die 404 Media vorliegen hat. Eine offizielle Äußerung im KI-Manifest, das ebenfalls von CTO Butler stammt und kurz nach dem Bericht von 404 Media erschien, bestätigt die Richtung. „Hier geht es nicht darum, [KI-]Trends hinterherzulaufen – wir bleiben hier zurück, und das stellt eine existenzielle Bedrohung für den Erfolg der Mission selbst dar.“ Das Thema Sicherheit wird übrigens in dem Manifest nur einmal erwähnt – und zwar, dass man in dieses Thema im Memo nicht tiefer einsteigen wolle.
Auch interne Nachrichten lesen sich sehr fatalistisch. „Der Zug kommt, steig ein oder du wirst überrollt. Seid keine professionellen Faxgeräte-Bediener im Internetzeitalter“, schrieb Andy Yen im Slack-Kanal für