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Rechenzentren: Rekordinvestitionen in Deutschland, aber USA und China enteilen
Auch in Deutschland beschleunigt sich der Ausbau von Rechenzentren. 2026 werden Rekordinvestitionen in Höhe von 23,5 Milliarden Euro prognostiziert, heißt es in einer Analyse des IT-Branchenverbands Bitkom. Das ist ein Plus von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Relevant für den Ausbau sind vor allem die Rechenzentren, die als KI-Infrastruktur in Frage kommen. In diesem Bereich erwartet der Bitkom ein deutliches Wachstum, es wird zum dominanten Faktor. Der Analyse zufolge macht die Rechenzentrumskapazität für KI und High Performance Computing (HPC) in diesem Jahr rund 20 Prozent der Anschlussleistung aller Rechenzentren aus. Der Wert soll bis 2030 auf 36 Prozent und bis 2035 auf 55 Prozent steigen. Hyperscaler werden zu den dominanten Betreibern im Markt.
In absoluten Zahlen bedeutet das: Die KI-Kapazität steigt von 670 Megawatt Anschlussleistung im laufenden Jahr auf mehr als 2.100 Megawatt in 2030 und 5.300 Megawatt in 2035. Die gesamte IT-Anschlussleistung wird sich bis 2035 verdreifachen und von aktuell 3.300 auf dann rund 9.700 Megawatt steigen.
Die Bundesregierung will den Ausbau von Rechenzentren ebenfalls forcieren, etwa mit der nationalen Rechenzentrumsstrategie. Das Ziel ist, die Kapazitäten der KI-Rechenzentren bis 2030 zu vervierfachen, wie etwa Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem aktuell stattfindenden Digital-Gipfel betont.
Wenn der Ausbau wie geplant erfolgt, fällt Deutschland im internationalen Vergleich dennoch zurück. Während Deutschland die Kapazitäten seiner Rechenzentren bis 2030 auf 5 Gigawatt und bis 2035 auf knapp 10 Gigawatt ausbaut, werden für die USA 160 Gigawatt und für China 90 Gigawatt erwartet, heißt es in der Mitteilung des Bitkom. Europa insgesamt kommt in der Prognose für 2035 auf 37 Gigawatt.
Experten, die der Bitkom im Rahmen der Studie „Rechenzentren in Deutschland 2026“ befragt hat, sehen daher auch keine Entwicklung von Frontier-Modellen in Deutschland. 68 Prozent der Befragten erwarten vor allem das Training kleinerer KI-Modelle, 54 Prozent sehen Forschungseinrichtungen als wichtigen Treiber der KI-Entwicklung.
Der Bereich „Industrial AI“ bewerten 46 Prozent als besonders wichtig. Das Thema verfolgt auch die Bundesregierung. Kanzler Merz sprach davon im Rahmen des Digital-Gipfel und verwies erneut auf sein Treffen mit Nvidia-Chef Jensen Huang bei dem „Invest-in-Germany“-Summit vor zwei Wochen.
Wie in den USA gilt aber auch in Deutschland: Der lokale Widerstand gegen Rechenzentren nimmt zu. Für Betreiber wird es komplizierter, Ausbauprojekte umzusetzen. So können Milliarden-Investments am Ende an Stadtrat-Abstimmungen scheitern, merkte der Wirtschaftsverband Eco bereits im Frühjahr an.
Zu den weiteren Hemmnissen zählt der Bereich Energie. Die Region rund um Frankfurt ist zwar der größte Rechenzentren-Standort in Deutschland und Europa, die lokalen Energieversorger kämpfen aber Medienberichten zufolge damit, leistungsstarke Neuanschlüsse bereitzustellen.