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BitWise: Vergnügliches Elektronikpuzzle auf Steam
Vom Lämpchen bis zum selbst gebauten Rechner: Im Puzzlespiel BitWise verdrahtet man Schaltungen von Hand, und ein Simulator lässt den Strom fließen.
Batterie, Lampe, Kabel: Kreis schließen, Licht an. So bescheiden beginnt BitWise, das Puzzlespiel von Faint Current, das seit dem 13. Oktober auf Steam erhältlich ist. In sieben Kapiteln geht es von statischer Elektrizität über Widerstände, Kondensatoren und Transistoren zu Relais und Telegrafen und schließlich zu Logikgattern, Addierern und Speicher. Selbst gebaute Schaltungen werden dabei als Chips versiegelt und wandern in den Werkzeugkasten. So wird aus NAND-Gattern ein XOR, daraus ein Halbaddierer und irgendwann eine ALU. Eine Musterlösung gibt es nicht. Analoge Schaltungen berechnet das Spiel mit derselben Knotenanalyse wie SPICE, und bewertet wird, was die Schaltung tatsächlich tut.
Wer Vorwissen mitbringt oder ähnliche Puzzlespiele kennt, rast gern zu schnell durch die ersten Stufen und verliert dabei aus den Augen, worum es eigentlich geht. Das ist schade, denn schon in der Auswertung einer Runde oder später im Kodex gibt es Interessantes zu entdecken. Bei der Parallelschaltung erfährt man etwa, wie sich bei einer Batterie (oder allgemein einem Stromerzeuger) die Spannung, der Strom oder beides erhöhen lässt. Und Vorsicht: Brennt eine Lampe durch, muss man das Level neu starten. Also erst überlegen, dann einschalten.
Manchmal scheint der Algorithmus nicht zu erkennen, dass die Aufgabe gelöst ist. Meist hat man dann aber schlicht nicht richtig gelesen. Zwei Lampen an einer Batterie zum Leuchten bringen? Schnell erledigt, und trotzdem falsch? Des Rätsels Lösung: Verlangt ist eine Abzweigung („Junction“).
Ewig gesucht habe ich auch, wie sich der variable Widerstand einstellen lässt. Einen Schalter bedient man direkt im Aufbau, den Widerstand dagegen nur im Panel am unteren Rand, und das ist obendrein zugeklappt. Vielleicht erklärt das eine Einführung, die ich übersprungen habe. Abhilfe schafft der Guide hinter der Taste G, der Schritt für Schritt und interaktiv alles erklärt.
Letztlich muss man sich auf die Spielmechanik einlassen und eventuelles Vorwissen zügeln, denn oft hat die Software schlicht recht. Mit dem Oszilloskop und Messwerten, die sich auch dauerhaft an den Knoten einblenden lassen, sieht man recht gut, was in so einer Schaltung vor sich geht. Ohmsches Gesetz und Kirchhoff lassen grüßen.
Manchmal erreicht man das Ziel allerdings eher zufällig. Dann lohnt es sich, das Ergebnisfenster noch einmal zu schließen und mit der Schaltung weiter zu experimentieren. Hier könnte das Spiel mehr an die Hand nehmen, denn es fehlen Hinweise, wo man messen sollte, um die Lösung wirklich zu verstehen. Den Transistorverstärker etwa löst man, ohne dass die Lampe überhaupt angeht: Allein die richtige Verdrahtung ist schon die Lösung.
Später fühlt man sich endgültig in den Physikunterricht zurückversetzt. Ich erinnere mich noch gut an die Experimente mit dem Plattenkondensator. Auch hier gilt: Wer wirklich verstehen will, muss selbst weiterlesen und experimentieren, wenn das Programm längst zufrieden ist. Zwischendurch tauchen auch fertige Schaltungen auf, die man nur bedienen muss. Wohl dem, der genauer hinschaut, was da passiert. Das kommt sicher in der nächsten Klausur, äh, im nächsten Level dran.
Kann man mit dem Spiel Elektronik lernen? Die Grundlagen und Konzepte sicherlich. Bei den Feinheiten, besonders in komplexeren Schaltungen, ist aber Vorsicht geboten. Das fängt schon bei den fehlenden Basiswiderständen der Transistoren an, und in der realen Welt könnte so mancher Nachbau mit Magic Smoke enden. In der Sandbox lassen sich dafür alle Bauteile in Ruhe ausprobieren und erforschen, von statischer Elektrizität bis zur Computertechnik. Eigene Level kann man im Editor bauen und über den Steam Workshop teilen.
Insgesamt finde ich Aufmachung und Puzzle-Faktor gelungen. Ich bin gespannt, ob ich es ohne zu „schummeln“ bis zum Ziel schaffe. Das dreistufige Hinweissystem, das