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Offshore-Windenergie: Zwei Kabelschäden vor Norderney
Bei Bauarbeiten an neuen Stromleitungen für Offshore-Windparks vor Norderney wurden zwei Kabel beschädigt. Die Reparatur ist erst für 2027 geplant.
Bei den Verlegearbeiten neuer Stromkabel für Offshore-Windparks ist es vor der ostfriesischen Insel Norderney zu Pannen gekommen. Bei den Bauarbeiten seien zwei Stromkabel beschädigt worden, teilte ein Sprecher des Netzbetreibers Amprion auf Anfrage mit. Eine Reparatur soll erst im kommenden Jahr erfolgen, denn derzeit läuft die Sturmflutsaison, in der nicht gebaut werden darf. Die Inbetriebnahme der Stromleitungen soll sich durch die Kabelschäden nicht verzögern, hieß es. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
Unter Norderney werden Stromleitungen verlegt, mit denen künftig Windenergie von Windparks auf der Nordsee Richtung Küste transportiert werden sollen. Dabei geht es um große Strommengen. Die beiden Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4, an denen Amprion zurzeit auf Norderney baut, sollen von 2028 an eine Leistung von bis zu 1,8 Gigawatt transportieren. Das entspricht etwa dem Strombedarf einer Großstadt wie Hamburg mit 1,8 Millionen Einwohnern.
Während der Bauarbeiten im Sommer kam es laut Amprion unabhängig voneinander an zwei Stellen zu Kabelschäden. „Nördlich der Insel trat bereits Mitte Juni ein Kabelschaden im Projekt DolWin4 auf“, teilte der Amprion-Sprecher mit. Demnach hatten sich Ankerpfähle des Verlegeschiffs „Barbarossa I“ im Meeresboden festgesetzt und mussten von Tauchern getrennt werden. „Währenddessen wurde das bereits im Verlegegerät befindliche Kabel beschädigt. Das Kabel wurde anschließend durchtrennt und kontrolliert auf dem Meeresboden abgelegt“, teilte der Sprecher weiter mit.
Nach Amprion-Angaben ist das Verlegeschiff nun je nach Wetterlage vor Norderney im Einsatz, um das beschädigte Kabel zu bergen und die Schadstelle zu lokalisieren. Danach soll die Schadstelle repariert werden.
Einen weiteren Kabelschaden gab es auf der Südseite der Insel, als beim Netzanbindungssystem BorWin4 ein Kabel in ein zuvor verlegtes Leerrohr zwischen Inselmitte und dem Watt vor der Insel gezogen werden sollte. „Das betroffene Kabel musste ebenfalls durchtrennt und der beschädigte Abschnitt von der Baustellenfläche am Leuchtturm aus dem Leerrohr herausgezogen werden“, teilte der Amprion-Sprecher mit. Für den Abtransport wurde das Kabel in mehrere Teile geschnitten.
Amprion plant nach eigenen Angaben jetzt die Reparaturarbeiten für das kommende Jahr und stimmt diese mit den Behörden ab. Nördlich der Insel soll die beschädigte Kabelstelle mit einer Muffe repariert werden. Danach soll die Stromleitung wieder im Meeresboden verschwinden. An der zweiten Schadstelle südlich der Insel soll ein neues, rund 1100 Meter langes Kabelstück in das Leerrohr unter der Insel eingezogen werden.
„Derzeit gehen wir weder davon aus, dass sich die laufenden Verlegearbeiten im Bereich der Insel wesentlich verzögern, noch dass sich daraus Auswirkungen auf den Gesamtzeitplan der Projekte ergeben“, teilte der Sprecher weiter mit. Zu dem entstandenen Schaden machte der Netzbetreiber keine Angaben.
Weil die Bauarbeiten mitten im Wattenmeer und an der Küste erfolgen, darf nur in einem schmalen Zeitfenster nach dem Ende der Brutvogelschutzzeit und bis zum Beginn der Sturmflutsaison im Herbst gebaut werden.
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