// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Midterms-Analyse: Sechs Erkenntnisse nach der "blauen Welle"
Das Midterms-Ergebnis ist deutlich, die Gründe auch: ein unbeliebter Präsident und hohe Preise. Aber was heißt das alles für den Rest der Präsidentschaft - und die Zeit danach?
Mit einem solch heftigen Denkzettel für den US-Präsidenten hatte kaum jemand gerechnet. Die Demokraten eroberten nicht nur das Repräsentantenhaus, was angesichts der knappen Mehrheit der Republikaner erwartet worden war. Überraschend klar holten sie sich auch die Mehrheit im Senat zurück, was als schwierig galt, fanden doch die entscheidenden Rennen in republikanischen Hochburgen statt.
Ausgerechnet dort jedoch sorgten die Demokraten für historische Erfolge. In South Carolina, wo Trump vor zwei Jahren noch 18 Prozentpunkte vor Kamala Harris lag, siegte eine Demokratin gegen die Schwester des verstorbenen prominenten Senators Lindsey Graham. In Texas wurde erstmals seit 38 Jahren ein Demokrat in den US-Senat gewählt. Und im tiefroten Kansas siegte erstmals seit fast 100 Jahren wieder ein Demokrat bei Senatswahlen.
Diese "blaue Welle" - manche sprechen sogar von einem "blauen Tsunami" - ist das Ergebnis der miserablen Umfragewerte für Donald Trump. Nur knapp ein Drittel der Amerikaner ist mit seiner Regierungsarbeit zufrieden. Trump ist unbeliebter als jeder andere US-Präsident seit 80 Jahren.
WIe ist der Stand bei der Auszählung der Wahlergebnisse für den US-Senat und das Repräsentantenhaus?
mehr
Wählernachbefragungen geben Trump ein vernichtendes Zeugnis. Drei Viertel der Wählerinnen und Wähler sind "verärgert" oder "unzufrieden", wie derzeit die Dinge im Land laufen. 60 Prozent geben Trump die Schuld an den hohen Lebenshaltungskosten. Sein Iran-Krieg wird für die hohen Benzinpreise verantwortlich gemacht. 70 Prozent wollen, dass der Kongress den Präsidenten stärker kontrolliert. Und deutlich mehr als die Hälfte der Wählerinnen und Wähler wirft Trump Korruption vor, weil er sich und seine Familie im Amt bereichert habe.
Vor zwei Jahren machte Harris die Gefährdung der Demokratie zum Topthema ihres Wahlkampfs. Diesmal besannen sich die Demokraten auf die Empfehlung von Bill Clintons Wahlkampfmanager aus den 1990er-Jahren: "It’s the economy, stupid". Obwohl Trump immer wieder auf die gestiegenen Aktienkurse verweist - angesichts hoher Benzinpreise und teurer Lebenshaltungskosten finden die meisten US-Bürgerinnen und -Bürger, dass sich ihre wirtschaftliche Lage verschlechtert habe.
Dies gilt vor allem für zwei Wählergruppen, die 2024 Trump zu seinem klaren Wahlsieg verhalfen: Latinos und junge Männer hatten gehofft, dass Trump für einen deutlichen Wirtschaftsaufschwung, mehr Jobs und geringere Preise sorgt. 70 Prozent der unter 30-Jährigen und 60 Prozent der Latinos stimmten diesmal für demokratische Kandidatinnen und Kandidaten.
Liveblog
04.11.2026
Verfolgen Sie die Entwicklungen zu den Midterms hier im Liveblog.
mehr