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KI-Update: Nein zu Rechenzentren, Anthropic warnt, Google-Zwang, KI-Mythen
Das „KI-Update“ liefert drei mal pro Woche eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.
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Bei den US-Zwischenwahlen gewannen die Demokraten überall Mehrheiten, teils sogar in republikanischen Hochburgen. Noch deutlicher verloren aber KI-Rechenzentren. In 41 lokalen Abstimmungen, vor allem in Ohio, wo schon viele solcher Anlagen stehen, entschieden Bürger über ihre Zukunft. In allen 37 bisher ausgezählten Fällen setzten sich die Gegner durch. Ein Verbot folgt daraus nicht überall. Manche Orte verhängten ein Moratorium, andere verpflichten ihre Verwaltung, sich vor Entscheidungen beraten zu lassen.
Oft stimmten in kleinen Gemeinden nur einige hundert Menschen ab. In Bloomington in Illinois, der größten Stadt auf der Liste, sprachen sich aber mehr als 20.000 Wähler für eine Beratungspflicht aus. Oft war es eindeutig: Das knappste Ergebnis lag bei 55 zu 45 Prozent, häufig stimmten mehr als zwei Drittel dagegen. Neben dem hohen Strom- und Wasserverbrauch klagen Anwohner zunehmend über Lärm, den die Anlagen Tag und Nacht erzeugen.
Anthropic hält es für möglich, dass KI die Entwicklung neuer KI-Modelle bald stark beschleunigt, wie ebenfalls aus der überarbeiteten Fassung seines Börsenprospekts hervorgeht. Schon heute hilft Claude beim Bau neuer Claude-Modelle, etwa beim Schreiben von Code oder bei Tests. Stärkere Modelle könnten diesen Anteil ausbauen. Im Extremfall entwickelt eine KI ihre Nachfolger ganz ohne Menschen. Fachleute nennen das „rekursive Selbstverbesserung“.
Je mehr Claude an der eigenen Entwicklung mitarbeitet, desto schwerer lässt sich jeder Schritt nachvollziehen und kontrollieren. Anthropic räumt ein, große Sprünge in der Vergangenheit erst im Nachhinein bemerkt zu haben. Die Warnung dient allerdings auch dem Marketing. Das Unternehmen steht kurz vor dem Börsengang, und je gefährlicher eine Technik klingt, desto wichtiger wirkt sie.
Seit Jahresbeginn hat Anthropic Verluste von 104 Milliarden US-Dollar angehäuft. Das geht aus dem Börsenprospekt hervor. Der Großteil stammt aus Anpassungen in der Bilanz. Im laufenden Geschäft verlor das Unternehmen 567 Millionen US-Dollar. Zugleich stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 von 2,5 auf 33,2 Milliarden US-Dollar.
Für die kommenden Jahre plant Anthropic Investitionen von 895 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren und Infrastruktur. Ob dieses Geld tatsächlich fließt, ist offen. Der lokale Widerstand gegen Rechenzentren in den USA wächst, und unter Anlegern mehren sich die Zweifel, ob sich die riesigen KI-Ausgaben je auszahlen.
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