// COMPUTERBASE — MOBILE & WEB
KI-Mods: Nexus Mods droht bei Regelverstößen mit Löschung
Auf Nexus Mods müssen Autoren künftig angeben, wo sie generative KI eingesetzt haben. Für neue Uploads gelten die Regeln bereits seit dem 3. November, ältere Mods müssen bis Anfang Januar nachziehen. Wer falsche oder unvollständige Angaben trotz Aufforderung nicht korrigiert, riskiert die Löschung des Mods.
Die neuen Richtlinien unterscheiden zwischen vollständig oder überwiegend KI-generierten Inhalten, KI-unterstützten Mods und KI-generierten Medien wie Vorschaubildern oder Videos. In die erste Kategorie fallen beispielsweise Mods, deren Texturen, Stimmen oder Programmcode größtenteils von einer KI erstellt wurden. Als KI-unterstützt gelten dagegen Projekte, bei denen entsprechende Werkzeuge lediglich einzelne Arbeitsschritte übernehmen, wie etwa das Hochskalieren von Texturen oder die Bereinigung von Audiodateien.
Bei KI-unterstützten Mods müssen Autoren außerdem öffentlich dokumentieren, welche Werkzeuge sie verwendet haben und welche Teile ihrer Arbeit damit erstellt wurden. Bei Zweifeln kann das Moderationsteam zusätzliche Nachweise anfordern, etwa Projektdateien oder eine Versionshistorie. Reichen diese nicht aus, darf Nexus Mods die Kennzeichnung eigenständig ändern.
Die bereits vorhandenen KI-Tags sollen auf den Mod-Seiten künftig deutlicher hervorgehoben werden. Ändert sich der KI-Anteil durch eine neue Version, müssen die Angaben entsprechend angepasst werden. Auch KI-generierte Bilder, die lediglich zur Präsentation einer ansonsten vollständig von Hand entwickelten Mod dienen, sind von der Kennzeichnungspflicht betroffen.
Für bereits veröffentlichte Mods räumt Nexus Mods eine Übergangsfrist von 60 Tagen ein. Bis zum 2. Januar 2027 müssen deren Autoren ihre Angaben überprüfen und gegebenenfalls ergänzen. Bei neuen Veröffentlichungen werden die Informationen bereits jetzt verlangt.
Wer nach Ablauf der Frist gegen die Vorgaben verstößt, soll zunächst eine Aufforderung zur Korrektur erhalten. Bleibt diese unbeachtet, können Verwarnungen, Einschränkungen des Nutzerkontos oder die Entfernung der betroffenen Mods folgen.
Bei der Durchsetzung bleibt Nexus Mods allerdings auf Hinweise aus der Community angewiesen. Ob einzelne Texturen, Sprachaufnahmen oder Codeabschnitte tatsächlich mit generativer KI erstellt wurden, lässt sich nicht immer zuverlässig feststellen. Die Plattform will entsprechende Meldungen deshalb weiterhin manuell prüfen.
Plattformbetreiber Victor Folmann hält ein vollständiges Verbot KI-generierter Mods für wenig praktikabel. Generative KI werde inzwischen bei zahlreichen Entwicklungsschritten eingesetzt, eine eindeutige Abgrenzung sei daher schwierig. Zudem könnte ein Verbot Autoren dazu verleiten, den Einsatz entsprechender Werkzeuge zu verschweigen.
Wer keine KI-generierten Inhalte sehen möchte, soll diese künftig einfacher ausblenden können. Die entsprechenden Filter sollen direkt über die Startseite und die einzelnen Spielseiten erreichbar sein, später auch über die Suche. Nexus Mods testet außerdem Beschränkungen, damit Autoren mit besonders vielen Uploads die Übersichten neuer Mods nicht dominieren.
Autoren sollen festlegen können, ob ihre Mods für das Training generativer KI oder zur Erstellung abgewandelter Versionen genutzt werden dürfen. Als Standardeinstellung ist „Ask Me“ vorgesehen, womit zunächst eine schriftliche Erlaubnis eingeholt werden muss. Nexus Mods selbst versichert, hochgeladene Mods weder zum Training eigener KI zu nutzen noch diese zu diesem Zweck an Dritte weiterzugeben.