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Noch kein „iPhone-Moment“: Nothings erstes KI-natives Produkt kommt im Dezember
Das Londoner Tech-Start-up Nothing will im Dezember sein erstes KI-natives Produkt vorstellen. Es soll ohne „neuen Bildschirm“ daherkommen.
Nothing will im Dezember sein erstes „KI-natives“ Produkt zeigen.
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Offenbar keine neuen Kopfhörer und kein neues Telefon: Nothings CEO Carl Pei hat für Dezember die Vorstellung eines neuen Produkts angekündigt. Dabei handle es sich um das erste KI-native Produkt des Unternehmens. Es soll offenbar kein Alltagsbegleiter wie Humanes gescheiterter AI Pin sein, sondern für Nutzerinnen und Nutzer konkrete Aufgaben erledigen.
Das erste KI-native Produkt soll ein „Werkzeug“ sein, „aber eines, das mit der Persönlichkeit und Sorgfalt entwickelt wurde, die ein Nothing-Produkt auszeichnen“, schreibt er in seinen Beitrag auf X. „Es hat keinen neuen Bildschirm und hätte keine App sein können.“ Der Zusatz „neu“ bei Bildschirm deutet womöglich darauf hin, dass das Gerät selbst keinen Bildschirm besitzt und als Zusatzgerät zu einem Smartphone dient. Dass es nicht einfach als App umsetzbar sei, kann unter anderem als ein Seitenhieb gegen den Rabbit R1 betrachtet werden. Das KI-Gadget, das Anfang 2024 am Rande der CES vorgestellt wurde und einen ersten, kurzen KI-Hardware-Hype auslöste, gibt es nunmehr auch als Android-Agenten.
Pei führt in seinem Beitrag weiter aus, dass die Industrie verfrüht nach dem nächsten iPhone-Moment strebe. „Das iPhone war der Höhepunkt einer dreißigjährigen Entwicklung, die mit Pagern am Gürtel von Ärzten begann und mit einem Supercomputer in jeder Hosentasche endete. Es war der Lohn jahrzehntelanger stiller Arbeit an Werkzeugen, die Menschen für ihre Arbeit nutzten. Die KI steht erst am Anfang ihrer Entwicklung und steckt derzeit noch in einem Chat-Fenster fest. Die Suche nach dem ‚iPhone der KI‘ ist heute eine Sackgasse“, sagt er.
Die Produkt-Markt-Passung für KI wird sich laut Nothing-CEO zunächst in der Produktivität zeigen, also in den „Tools, auf die sich die Menschen verlassen, um konkrete Aufgaben zu erledigen“. Hier scheint das Unternehmen sein erstes KI-natives Produkt einordnen zu wollen. Der Nothing-Chef ist überzeugt: „Wenn in einigen Jahren das ‚iPhone der KI‘ auf den Markt kommt, wird es auf dieser Arbeit aufbauen. Vielleicht wird es eine Form haben, die sich noch niemand vorstellen kann, oder vielleicht werden drei der heutigen Geräte zu einem einzigen verschmelzen.“
Weiter führt er aus, dass KI-Modellen derzeit oft der Kontext fehle: „Wir verknüpfen unsere E-Mail-Postfächer und Kalender, machen Screenshots von Slack-Threads und erläutern den Hintergrund. Die Hälfte der Arbeit beim Einsatz von KI besteht darin, den Kontext in das Textfeld einzufügen“, schreibt er.
Jedoch gelange der Kontext, der am wichtigsten sei, gar nicht erst in das Modell. „Denken Sie an das letzte Mal, als jemand etwas gesagt hat, das es wert war, festgehalten zu werden: eine Idee beim Kaffee, eine beiläufige Bemerkung, die Ihre ganze Woche in Gang bringt.“ Bevor man dann sein Handy aus der Tasche geholt habe, um den Gedanken oder die zündende Idee festzuhalten, sei der Moment vorbei oder man habe es schon wieder vergessen.
„Das ist die Lücke“, sagt Pei. Die Intelligenz sei bereits vorhanden, doch der Kontext fehle. „Schließt man diese Lücke, wird alles, was KI bereits leisten kann, um ein Vielfaches nützlicher. Und Kontext findet man nicht in einem Chat-Fenster. Er steckt in den Tools, die man täglich nutzt und bei sich trägt.“