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Chipaktien an den internationalen Börsen im freien Fall
Ein weltweiter Abverkauf von Chip- und Techaktien schickt wichtige Aktienindizes auf Talfahrt. In Seoul wurde der Handel zeitweise ausgesetzt. In den USA war es der schlimmste Einbruch seit 2020.
Ein dramatischer Einbruch bei Chip- und Technologiewerten hat in den USA eine Verkaufswelle ausgelöst, die inzwischen auch die Börsen in Asien und das Frankfurter Parkett erfasst hat.
Auslöser war ein massiver Kursrutsch an der Wall Street, wo große Tech- und Chipkonzerne binnen Stunden Milliarden an Börsenwert einbüßten. Hintergrund sind wachsende Zweifel bei Investoren, ob sich die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und der Bau von Rechenzentren auszahlen werden.
Der Sieg der US-Demokraten bei den Midterms könnte für die Tech-Industrie höhere Hürden bedeuten.
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Die Unsicherheit wird zusätzlich durch die jüngsten politischen Entwicklungen in den USA verstärkt. Nach dem Wahlsieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen verschärfen sich die Debatte um Regulierung und Standortfragen neuer Rechenzentren. An den Märkten wachsen die Sorgen, dass politische Widerstände den KI-Ausbau bremsen könnten.
Die Angst der Anleger folge einer simplen Kette, erklärt Stephan Kemper, Chef-Investmentstratege bei BNP Paribas: "Wenn Genehmigungen für Strom und Gebäude stocken, fehlen ab 2028 die fertigen Rechenzentrums-Hüllen, und die heute auf Kredit gekauften Hochleistungschips können dann keine Erträge generieren." Unter Druck sind deshalb besonders Aktien von Herstellern für Speicher- und Hochleistungschips.
An der Wall Street ging es für den wichtigen Technologieindex Nasdaq 100 6,4 Prozent nach unten. Das ist der stärkste Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020. Aber auch der vielbeachtete S&P 500 erwischte den schwärzesten Tag seit April 2025.
Finanzprofis wie Stephan Kemper sprechen deshalb von einem sogenannten Schwarzen Schwan: "Ein Markteinbruch von über vier Prozent aus einer Phase völliger Sorglosigkeit heraus, begleitet von einer extremen Explosion der Volatilität." Jetzt sei es wichtig, nicht in Panik zu geraten. "Solche schmerzhaften Bereinigungen gehören an der Börse dazu", so Kemper.
Im Zuge des weltweiten Ausverkaufs von Tech-Aktien geriet am Morgen auch die Börse in Südkorea deutlich unter Druck. So brach der Leitindex Kospi im Frühhandel um bis zu fast neun Prozent ein und beendete den Handel immer noch gut sechs Prozent im Minus. Der japanische Leitindex Nikkei 225 stürzte ebenfalls sechs Prozent ab.
Wegen der heftigen Kursverluste am Morgen hatte die Börse in Seoul den Handel für 20 Minuten ausgesetzt. Ein sogenannter Circuit Breaker soll verhindern, dass Panikverkäufe den Markt weiter destabilisieren. Die Regierung berief ein Notfalltreffen mit Vertretern der Finanzaufsichtsbehörden sowie der Zentralbank ein.