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GTA 6: Ex-Rockstar-Technikchef rechnet wegen KI-Klonen mit früherem PC-Release
Obbe Vermeij warnt vor Vibe-Coding-Kopien der PS5-Fassung. Trotz gewaltiger Token-Kosten fürchtet er spürbare Umsatzeinbußen für das Studio.
Obbe Vermeij, der ehemalige Technical Director von Rockstar Games North, hält es für denkbar, dass KI-generierte Vibe-Coding-Ports von Grand Theft Auto 6 Rockstar unter Zugzwang setzen. Das Studio könnte eine offizielle PC-Version deshalb früher nachschieben, als ihr vielleicht erwartet.
Rockstar Games veröffentlichte PC-Fassungen historisch stets mit großem Abstand zu den Konsolen: Bei GTA IV, GTA V und Red Dead Redemption 2 vergingen jeweils ein bis zwei Jahre zwischen Konsolen-Debüt und PC-Port, um die Titel technisch anzupassen.
Im Rahmen eines ausführlichen Interviews mit RockPaperShotgun betonte Vermeij, generative KI habe "die Welt wirklich verändert". Weiter führte er aus: "Wäre ich Rockstar, hätte ich durchaus Sorge, dass sich jemand einfach die PS5-Version schnappt und per KI auf den PC überträgt. Das reicht zwar niemals an die Arbeit des eigentlichen Studios heran, könnte den Verkäufen aber trotzdem spürbar schaden. Es würde mich deshalb nicht überraschen, wenn man versucht, die Releases zeitlich etwas näher zusammenzubringen."
Zwar betont Vermeij, Rockstars genaue Pläne nicht zu kennen. Mit seiner technischen Expertise traut er generativen KI-Werkzeugen einen PC-Port von GTA 6 aber durchaus zu: Seiner Ansicht nach seien die Tools "wahrscheinlich" dazu in der Lage.
"Das braucht viel Zeit. Solche Prozesse beanspruchen buchstäblich Stunden über Stunden", erläutert Vermeij. "Außerdem verschlingt das Unmengen an Tokens – das dürfte zehntausende Dollar an Token-Kosten verursachen. Aber wenn es um einen Namen wie GTA geht, werden die Leute es zweifellos versuchen."
In den vergangenen Monaten fütterten Nutzer diverse KI-Programme bereits eifrig mit Videomaterial aus Grand Theft Auto 6. Minderwertige KI-Slop-Videos fahren in den sozialen Medien millionenfache Klicks ein, während Fans Trailer-Szenen durch Nvidias DLSS-5-"Yassification"-Maschine jagten, um sie künstlich aufzuhübschen. Grand Theft Auto 6 selbst verzichtet zum Verkaufsstart allerdings komplett auf generative KI oder Mikrotransaktionen.
KI-generierte Spielklone bereiten der Branche weiterhin Kopfzerbrechen. Entwickler bliesen aus Angst vor Kopien bereits öffentliche Demos ab, während Steam-Betreiber Valve klarstellte, dass Entwickler Klone selbst verhindern müssen, indem sie ihre Spiele origineller gestalten. Obwohl Anthropic inzwischen Gegenmaßnahmen ergriffen hat, können andere KI-Modelle solche Aufgaben nach wie vor durchführen.