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Polen: Mindestens fünf Tote nach Schüssen in Krakau
Bei Schüssen in der polnischen Stadt Krakau sind laut Polizei mindestens sechs Menschen getötet und 15 Personen verletzt worden. Der mutmaßliche Täter konnte demnach gefasst werden.
Bei Schüssen auf dem zentralen Hauptmarkt der polnischen Stadt Krakau sind nach Polizeiangaben sechs Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Unter den Verletzten seien auch drei Polizisten. Zwölf der Verletzten seien in einem kritischen oder lebensgefährlichen Zustand, teilte die Woiwodschaft Kleinpolen mit.
Zu den Hintergründen ist derzeit nichts bekannt. Gegen 15 Uhr sei ein Mann mit einem Auto auf den Großen Ring, den Hauptplatz Krakaus, gefahren und habe wahllos auf Passanten geschossen, teilten die Behörden mit.
Die Behörden appellierten an die Menschen in der näheren Umgebung, sich an einen sicheren Ort zu begeben. Auf Videos in den Sozialen Medien war zu sehen, dass ein Rettungshubschrauber auf dem Platz landete. Augenzeugen berichteten von "großem Chaos" am Tatort.
Der Nachrichtensender TVN24 berichtet, dass laut Staatsanwaltschaft ein 24-jähriger polnischer Staatsbürger festgenommen wurde. Die Krakauer Polizeisprecherin Katarzyna Cislo hatte dem Sender mitgeteilt, der Verdächtige habe militärähnliche Kleidung getragen und mit einer Langwaffe geschossen, wie sie das Militär einsetze.
Die Nachrichtenagentur PAP berichtete unter Berufung auf einen Fotoreporter, dass der mutmaßliche Täter auf seiner Flucht an einer Kreuzung mit einem anderen Auto zusammengestoßen sei. Er sei daraufhin aus seinem Fahrzeug gesprungen und habe auf die Einsatzkräfte geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert und den Mann letztlich festgenommen und in ein Krankenhaus bringen lassen. In seinem Auto habe die Polizei zahlreiche Teile weiterer Waffen sowie Munition entdeckt.
Polens Regierungschef Donald Tusk teilte mit, dass er laufend über die Lage in Krakau informiert werde. "Die Polizei untersucht die Hintergründe und alle Umstände des Vorfalls", schrieb der liberalkonservative Politiker bei X. Er richtete einen "eindringlichen Appell an Politikerinnen und Politiker aller Lager", diese Tragödie nicht "zu einem Instrument politischer Spielchen" zu machen. Sowohl Tusk als auch Innenminister Marcin Kierwinski haben sich nach Regierungsangaben auf den Weg nach Krakau gemacht.
Krakau ist mit mehr als 800.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Polens. Sie gilt als beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt. Wichtige Sehenswürdigkeiten sind neben dem Großen Ring das Schloss auf dem Wawelhügel und die Kathedrale. Die Universitätsstadt zählt zum UNESCO-Welterbe.