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Dying Light: 20 Euro extra für besseren 3D-Sound
In Dying Light 2: Stay Human (2022) und Dying Light: The Beast (2025) können Spieler mit einem neuen Kopfhörermodus die Richtung von Schritten, Schreien und anderen Geräuschen genauer orten. Die Audiotechnik von Embody ist seit dem 5. November verfügbar.
Für den neuen Modus arbeitet Entwickler Techland mit dem Audiospezialisten Embody zusammen. Dessen Immerse Gamepack erstellt ein individuelles Hörprofil, das die räumliche Wahrnehmung von Geräuschen verbessern soll. Grundlage dafür ist die Anatomie der Ohren und des Kopfes.
Schall erreicht die beiden Ohren mit einem geringen zeitlichen Versatz. Kopf und Ohrmuscheln verändern zudem je nach Richtung das Frequenzspektrum. Das Gehirn nutzt diese Unterschiede, um die Position einer Geräuschquelle zu bestimmen. Mathematisch lassen sich diese Effekte mit einer sogenannten HRTF (Head-Related Transfer Function) beschreiben.
Auch Dolby Atmos for Headphones und andere virtuelle Raumklangverfahren nutzen solche Berechnungen, um dreidimensionalen Klang über gewöhnliche Stereo-Kopfhörer wiederzugeben. Spezielle Atmos-Kopfhörer sind dafür nicht erforderlich.
Embody versucht, die Berechnung durch ein persönliches Hörprofil zu verbessern. Zur Einrichtung wird im Audiomenü ein QR-Code angezeigt. Über ein Smartphone nehmen Spieler anschließend ein kurzes Video ihrer Ohren und ihres Kopfes auf. Aus den Aufnahmen schätzt die Software eine individuelle HRTF, ohne das tatsächliche Hörvermögen akustisch zu vermessen. Ergänzend lässt sich ein Profil für das verwendete Kopfhörermodell auswählen.
Dass die Idee technisch funktioniert, legt auch eine 2022 veröffentlichte Studie nahe. Darin gelang es Forschern, anhand von Ohrbildern und anatomischen Messwerten eine bessere Annäherung an individuell gemessene HRTFs zu erzielen als mit einem einheitlichen Durchschnittsprofil. Wie genau Embodys Umsetzung arbeitet, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.
Laut Techland sollen sich insbesondere Gegner hinter und oberhalb des Spielers zuverlässiger orten lassen. Wie groß der hörbare Unterschied zum bisherigen Spielsound tatsächlich ausfällt, müsste ein direkter Vergleich zeigen.
Das Immerse Gamepack lässt sich 14 Tage kostenlos testen, eine Kreditkarte ist dafür nicht erforderlich. Anschließend erfolgt keine automatische Abbuchung. Wer den Modus weiter nutzen möchte, muss eine Lizenz kaufen. Im deutschen Xbox Store kostet diese 19,99 Euro, Techland nennt offiziell 19,99 US-Dollar.
Die einmalige Zahlung deckt beide Dying-Light-Spiele ab, allerdings nur auf der jeweils gewählten Plattform. Für PlayStation 5, Xbox Series X|S und die PC-Version auf Steam sind getrennte Lizenzen vorgesehen. Ein Abonnement gibt es laut Techland nicht, der Entwickler spricht von einer lebenslangen Lizenz.
Der bisherige Spielsound wird durch das Update nicht kostenpflichtig. Ohne Aktivierung des zusätzlichen Kopfhörermodus bleibt die Audiowiedergabe unverändert. Dass für eine Verbesserung der Klangwiedergabe in einem bereits gekauften Spiel ein weiterer Betrag fällig wird, stößt in den Steam-Diskussionen bereits auf Kritik.