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Die beste Konferenz meines Lebens, und was sie anders gemacht hat
Anreise, Hotels, Arbeitszeit: Eine Konferenz kostet viel. Ein Event in Berlin hat mich restlos begeistert, und dafür gibt es sehr konkrete Gründe.
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Konferenzen kosten mehr, als auf dem Ticket steht. Zum Eintrittspreis kommen Anreise, Übernachtungs- und Verpflegungskosten, und dazu meistens noch zwei oder drei Arbeitstage, die sich nicht abrechnen lassen. Rechnet man das für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen und bedenkt man die Menge an Kerosin, Benzin und Strom, die für die Anreise benötigt wird, dann ergibt sich eine Bilanz, die ökonomisch wie ökologisch fragwürdig ausfällt. Der offensichtliche Gegenwert dafür ist das Programm.
Nur trägt das Programm diese Rechnung oftmals nicht. Die Vorträge stehen anschließend ohnehin online, und selbst dort, wo das nicht der Fall ist, findet sich zu praktisch jedem Thema genügend adäquater und frei zugänglicher Ersatz im Netz, völlig unabhängig von der Konferenz. Es gibt kaum einen Vortrag, für den man tatsächlich reisen und vor Ort sein müsste. Ich stelle mir deshalb seit Jahren die Frage, ob es sich noch lohnt, auf Konferenzen zu fahren, und ich muss zugeben: Wegen der Vorträge allein wäre die Antwort ernüchternd.
Im Juli 2026 war ich dann jedoch auf einer Veranstaltung, bei der die Rechnung vollkommen anders aufgegangen ist. Es war eine der besten, wenn nicht gar die beste Konferenz, auf der ich jemals war.
Wer Konferenzen verteidigt, verweist üblicherweise auf das Networking. Die Vorträge seien nur der Anlass, das Eigentliche passiere in den Pausen, beim Essen, am Abend. Dieses Argument halte ich im Kern für richtig. Nur löst es sich zumindest für mich persönlich selten ein.
Den typischen Ablauf kennen Sie vermutlich: Die Kaffeepause beginnt, es bilden sich Grüppchen aus Menschen, die einander bereits kennen, und wer allein steht, steht weiterhin allein. Nach zwanzig Minuten ertönt das Signal, dass es weitergeht, und alle begeben sich wieder in die Räume und setzen sich. Der Teil, der als das Eigentliche gilt, bekommt am Ende die Zeit, die das Programm übrig lässt.
Golo Roden ist Gründer und CTO von the native web GmbH. Er beschäftigt sich mit der Konzeption und Entwicklung von Web- und Cloud-Anwendungen sowie -APIs, mit einem Schwerpunkt auf Event-getriebenen und Service-basierten verteilten Architekturen. Sein Leitsatz lautet, dass Softwareentwicklung kein Selbstzweck ist, sondern immer einer zugrundeliegenden Fachlichkeit folgen muss.
Selbstverständlich habe ich meinen Anteil daran. Ich bin in solchen Situationen schüchtern und zurückhaltend, und es fällt mir schwer, ein Gespräch zu beginnen. Nicht, weil ich mich ungern unterhalte, im Gegenteil. Aber Smalltalk liegt mir nicht, und ohne Smalltalk fehlt mir der Einstieg. Ich laufe seit über zwanzig Jahren durch diese Branche und habe immer noch das Gefühl, kein Networking zu können.
Hinzu kommt eine Beobachtung, die ich nicht als Vorwurf verstanden wissen möchte, sondern als nüchterne Feststellung: Auch als Referent wird man erstaunlich selten angesprochen. Ich bekomme durchaus mit, dass Leute in der Nähe stehen, dass sie schauen, dass sie überlegen, aber mich dann nicht ansprechen. Beide Seiten warten also darauf, dass die jeweils andere anfängt, und niemand macht es.