// HEISE ONLINE — HARDWARE & GADGET
Pollin Electronic stellt Insolvenzantrag
Der traditionsreiche Elektronikversandhändler Pollin Electronic hat einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter.
Der bayerische Elektronikversandhändler Pollin Electronic hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das geht aus einer öffentlichen Bekanntmachung des Amtsgerichts Ingolstadt vom Mittwoch hervor. Das Gericht ordnete für das in Pförring im Landkreis Eichstätt ansässige Unternehmen die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte den Nürnberger Rechtsanwalt Joachim Exner zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
Der Geschäftsbetrieb läuft trotz des Insolvenzantrags vorerst weiter, berichtet der Donaukurier. Die Zeitung zitiert Exner mit den Worten, die Gehälter der 140 Mitarbeiter seien bis Oktober gesichert. In den kommenden Tagen wolle sich der Insolvenzverwalter zunächst ein genaueres Bild von der Lage machen. Für Aussagen zu den Gründen des Insolvenzantrags und zur weiteren Zukunft des Unternehmens sei es noch zu früh. Ziel sei jedoch die Fortführung des Unternehmens, so Exner. Der Onlineshop ist derweil erreichbar und nimmt weiterhin Bestellungen entgegen.
Pollin ist seit Jahrzehnten als deutscher Versandhändler für Elektronikbauteile, Messtechnik und Technik-Sonderposten tätig. Nach Angaben des Unternehmens reichen die Anfänge bis ins Jahr 1891 zurück, als in Pförring zunächst eine Maschinenhandlung gegründet wurde. In den 1920er-Jahren kam der Elektrotechnikbereich hinzu. Den entscheidenden Schritt zum heutigen Geschäftsmodell machte das Familienunternehmen Anfang der 1970er-Jahre: Nach dem Erwerb der Konkursmasse des Radioherstellers EMUD entstand ein Versandgeschäft für elektronische Bauteile und Sonderposten, aus dem sich der heutige Elektronikversand entwickelte.
In den folgenden Jahrzehnten baute Pollin sein Geschäft weiter aus. 1996 firmierte das Unternehmen zur Pollin Electronic GmbH um, später folgten ein Elektronik-Handelszentrum und neue Logistikzentren. Seit 2001 betreibt das Unternehmen einen Onlineshop. Laut Donaukurier gehören daneben auch der klassische Versandhandel und ein Ladengeschäft in Pförring zum Geschäft. Nach eigenen Angaben erhöhte das Unternehmen die Versandkapazität zuletzt auf bis zu 4000 Pakete täglich und feierte 2024 das Jubiläum „50 Jahre Elektronik-Versand“.
Keine News verpassen! Jeden Morgen der frische Nachrichtenüberblick von heise online
Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren
Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer
Datenschutzerklärung.
Immer informiert bleiben: Klicken Sie auf das Plus-Symbol an einem Thema, um diesem zu folgen. Wir zeigen Ihnen alle neuen Inhalte zu Ihren Themen.
Mehr erfahren.