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Electronic Arts: Die umstrittene 55-Milliarden-Übernahme wird nächste Woche abgeschlossen
Der saudi-arabische PIF kauft den Publisher für eine Rekordsumme und nimmt ihn von der Börse. Trotz massiver Kritik von Menschenrechtlern ist der Deal fix.
Es ist offiziell: Der 55 Milliarden Dollar schwere Rückzug von Electronic Arts aus der Börse wird nächste Woche finalisiert. Eine Investorengruppe unter Führung des saudi-arabischen Public Investment Fund (PIF) übernimmt dann die vollständige Kontrolle über den Publisher.
Das geht aus einer aktuellen SEC-Mitteilung des Unternehmens hervor. Demnach hat der umstrittene Deal alle behördlichen Hürden genommen und wird am 4. August 2026 abgeschlossen.
Der Public Investment Fund (PIF) ist der Staatsfonds von Saudi-Arabien und verwaltet Hunderte Milliarden Dollar. Er wird maßgeblich von Kronprinz Mohammed bin Salman gesteuert und investiert seit Jahren massiv in die Gaming-Industrie, unter anderem in Nintendo, SNK und die ESL.
"Zum Stand des 30. Juli 2026 liegen sämtliche behördlichen Genehmigungen vor, die für den Abschluss der Fusion erforderlich sind", heißt es in der Erklärung von Electronic Arts. "Aktuell rechnet Electronic Arts damit, dass die Übernahme am 4. August 2026 zum Börsenschluss oder kurz danach über die Bühne geht. Der endgültige Vollzug hängt lediglich noch davon ab, dass die üblichen restlichen Bedingungen aus der Fusionsvereinbarung erfüllt oder erlassen werden."
Der PIF sichert sich durch diesen Deal 93,4 Prozent der Anteile am Publisher. Weitere 1,1 Prozent gehen an Affinity Partners, eine Investmentfirma unter der Leitung von Jared Kushner, dem Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump. Die restlichen 5,5 Prozent übernimmt die Investmentgruppe Silver Lake.
Menschenrechtsorganisationen werfen Saudi-Arabien vor, systematisch in globale Unterhaltungs- und Sportmarken (wie Fußball, Golf oder Gaming) zu investieren, um das eigene Image aufzupolieren und von massiven Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land abzulenken.
In der vergangenen Woche gab die Europäische Kommission grünes Licht für die Übernahme, da sie keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwerfe und die Auswirkungen auf die Märkte, in denen die beteiligten Unternehmen aktiv sind, überschaubar bleiben.
Ob die Übernahme dann kurzfristig irgendwelche Folgen haben wird, bleibt abzuwarten. Entwickler fürchten Entlassungen und Studio-Schließungen, während US-Senatoren vor ausländischem Einfluss und Risiken für die nationale Sicherheit warnten. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch werfen dem saudi-arabischen PIF unterdessen vor, Sport- und Unterhaltungs-Investments zu nutzen, um von der katastrophalen Menschenrechtslage im Land abzulenken.