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Amazon Quartalszahlen: Umsatz und Gewinn gesteigert, KI-Ausbau belastet Cashflow
Amazon hat im zweiten Quartal 2026 Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Der Cloud-Bereich AWS beschleunigte das Wachstum und trug den größten Teil des Gewinns bei. Zugleich zeigt der Quartalsbericht, wie stark die Strategie für KI den Kapitalbedarf erhöht – und warum Amazons Gewinnsprung nur eingeschränkt vergleichbar ist.
Amazon hat im zweiten Quartal 2026 einen Konzernumsatz von 200,6 Milliarden US-Dollar erzielt, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis wuchs sogar um 43 Prozent auf 27,5 Milliarden US-Dollar. Wichtigster Treiber war erneut AWS: Die Cloud-Sparte beschleunigte ihr Wachstum deutlich und steuerte rund 61 Prozent des operativen Konzerngewinns bei.
Der ausgewiesene Nettogewinn sprang von 18,2 auf 62,6 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl ist jedoch nur bedingt als Verbesserung des operativen Geschäfts zu lesen. Amazon verbuchte vor Steuern 53,4 Milliarden US-Dollar an sonstigen, nicht operativen Erträgen, die vor allem auf die Beteiligung an Anthropic zurückgehen. Ohne diesen Sondereffekt wäre die Entwicklung deutlich weniger spektakulär, das operative Ergebnis blieb aber auch unabhängig davon klar positiv.
AWS erzielte 42,2 Milliarden US-Dollar Umsatz, 37 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das ist laut Amazon die höchste Wachstumsrate der Sparte seit 18 Quartalen. Der operative Gewinn stieg um 64 Prozent auf 16,6 Milliarden US-Dollar; die operative Marge erreichte 39,4 Prozent nach 32,9 Prozent im Vorjahresquartal.
Der Konzern führt die Dynamik auf eine hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur und ‑Diensten zurück. Das KI-Geschäft von AWS habe inzwischen eine annualisierte Umsatzrate von mehr als 25 Milliarden US-Dollar erreicht. Auch das Chipgeschäft mit unter anderem Trainium und Graviton liege über dieser Schwelle.
Abseits von AWS unterteilt Amazon den Umsatz in das nordamerikanische und internationale Geschäft. Das nordamerikanische Handelsgeschäft blieb mit 116,2 Milliarden US-Dollar Umsatz die größte Sparte und legte um 16 Prozent zu. Der operative Gewinn erhöhte sich um 21 Prozent auf 9,1 Milliarden US-Dollar. International stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 42,2 Milliarden US-Dollar; der operative Gewinn verbesserte sich von 1,5 auf 1,7 Milliarden US-Dollar. Beide Handelssegmente blieben damit profitabel, ihre Margen liegen aber deutlich unter AWS.
Bei den Erlösen außerhalb von AWS zeigten sich mehrere Wachstumstreiber. Die Umsätze der Onlineshops stiegen um 15 Prozent auf 70,4 Milliarden US-Dollar. Dienstleistungen für Drittanbieter legten um 16 Prozent auf 46,8 Milliarden US-Dollar zu. Das Werbegeschäft wuchs um 26 Prozent auf 19,8 Milliarden US-Dollar und blieb damit nach AWS einer der dynamischsten größeren Bereiche. Abodienste, zu denen etwa Prime gehört, erhöhten sich um 12 Prozent auf 13,7 Milliarden US-Dollar. Stationäre Geschäfte wuchsen dagegen mit vier Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar vergleichsweise langsam.
Die stärkere AWS-Nachfrage und der Ausbau der KI-Infrastruktur gehen mit einem deutlich höheren Kapitalbedarf einher. Der operative Cashflow der vergangenen zwölf Monate stieg um 33 Prozent auf 161,4 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig erhöhten sich die Investitionen in Sachanlagen, bereinigt um Verkaufserlöse und Anreize, um 64 Prozent auf 169 Milliarden US-Dollar.
Dadurch drehte der freie Cashflow auf zwölf Monate betrachtet von plus 18,2 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf minus 7,6 Milliarden US-Dollar. Amazon nennt vor allem Investitionen in künstliche Intelligenz als Ursache. Für das Unternehmen ist dies eine Wette darauf, dass die gegenwärtig starke Nachfrage nach Cloud- und KI-Kapazitäten langfristig ausreichend Erträge abwirft. Kurzfristig verringert der Ausbau jedoch die finanzielle Flexibilität und erhöht das Risiko, falls sich Nachfrage, Preise oder Auslastung schwächer entwickeln als erwartet.
Für das dritte Quartal erwartet Amazon einen Umsatz zwischen 197 und 202 Milliarden US-Dollar. Das entspräche einem Wachstum von neun bis z