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Golden Sun wird 25 Jahre alt: Wie das GBA-Rollenspiel eine ganze Generation prägte
Entwickler Camelot zauberte bombastische Optik und knifflige Rätsel auf Nintendos Handheld. Ein Rückblick auf Psynergy, Dschinns und lästige Passwörter.
Als Golden Sun im Jahr 2001 für den damals noch taufrischen Game Boy Advance erschien, war es das erste von Grund auf neu entwickelte Rollenspiel für Nintendos Handheld. Mit dem JRPG lieferte das Entwicklerstudio Camelot, das zuvor primär für die Shining-Force-Reihe und Nintendos hauseigene Sportspiele wie Mario Golf bekannt war, ein technisches Meisterwerk ab. Heute feiert der Titel seinen 25. Geburtstag.
Mit flüssigen Pseudo-3D-Effekten in den Kämpfen, rotierenden Kamerafahrten und den bombastischen Beschwörungsanimationen holte das Spiel optische Spielereien aus der GBA-Hardware heraus, die viele Fans damals eher von Heimkonsolen erwartet hätten.
Das Herzstück von Golden Sun bildeten zwei spielmechanische Säulen: Psynergy und Dschinns. Psynergy ist dabei mehr als nur ein klassisches Magiesystem in den rundenbasierten Kämpfen, vielmehr hat Camelot es nahtlos in die Erkundung der Spielwelt integriert. Ähnlich wie in der Zelda-Reihe nutzten die Helden um den stummen Protagonisten Isaac ihre magischen Kräfte, um Gedanken zu lesen, unsichtbare Objekte aufzudecken oder Felsblöcke zu verschieben – dadurch ließen sich wiederum Umgebungsrätsel lösen.
Die Dschinns – kleine, sammelbare Elementarwesen – konnten unterdessen an die Charaktere gekoppelt werden. Sie veränderten dynamisch die Charakterklassen, Statuswerte und verfügbaren Zauber, wodurch eine enorme taktische Tiefe entstand.
Storytechnisch befasste sich Golden Sun mit dem drohenden Weltuntergang durch die Entfesselung der Alchemie. Die Geschichte war derart ambitioniert, dass sie nicht auf ein einziges GBA-Modul passte. Das Entwicklerstudio traf daher die Entscheidung, das Epos in zwei Teile aufzusplitten. Golden Sun endete mit einem Cliffhanger, der erst knapp ein Jahr später im direkten Nachfolger Golden Sun: Die vergessene Epoche (The Lost Age) aufgelöst wurde.
Um den Fortschritt, das Level und die hart verdienten Dschinns in das zweite Spiel zu übertragen, konnten Spieler entweder ein Link-Kabel nutzen oder mussten ein bis zu 260 Zeichen langes Passwort fehlerfrei abtippen.
Der japanische Komponist Motoi Sakuraba ist eine echte Koryphäe im JRPG-Genre. Neben den treibenden Progressive-Rock-Klängen von Golden Sun prägte er maßgeblich die Soundtracks großer Reihen wie "Tales of" und "Star Ocean" sowie später das düstere "Dark Souls".
Bis heute genießt Golden Sun Kultstatus unter JRPG-Fans. Camelot stellte mit dem mobilen Abenteuer unter Beweis, dass tiefgründige, ausufernde Rollenspiele mit ansprechender Inszenierung keine exklusive Domäne der Heimkonsolen mehr waren. Mit seinem fantastischen Soundtrack aus der Feder von Motoi Sakuraba, dem innovativen Rätseldesign und dem motivierenden Dschinn-System schuf Camelot eine eigenständige Welt, die sich vor Final Fantasy oder Dragon Quest nicht verstecken musste.