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Maßnahmen gegen Migration: Was folgt auf die Ereignisse in Ceuta?
Der Andrang Zehntausender Menschen in der spanische Exklave Ceuta hat die EU-Staaten aufgeschreckt. Nun wird nach den Ursachen gesucht - und nach schärferen Maßnahmen gegen Migration. Einiges ist auch schon umgesetzt.
Binnen Stunden strömten Zehntausende Menschen in der vergangenen Woche in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika. Inzwischen hat sich die Lage deutlich entspannt. Doch die Bilder dürften den politischen Streit über Migration in Europa noch lange bestimmen.
Fernsehbilder von der Küste vor Ceuta, wo während des Andrangs noch Tausende Migranten entlangliefen, zeigen aktuell eine ruhige Lage. Nach verschiedenen amtlichen Schätzungen waren vor allem am Mittwoch und Donnerstag insgesamt 50.000 bis 60.000 Menschen irregulär in die Exklave gekommen. Dort befinden sich Schätzungen des spanischen Innenministeriums zufolge noch rund 2.500 Marokkaner.
Mehr als 70 Menschen starben bei dem Versuch, nach Ceuta zu gelangen. Inzwischen liegt die Zahl der Toten bei mindestens 72, wie die Behörden mitteilten. Einsatzkräfte suchen das Meer weiter ab. Die Zeitung El País zitierte einen anonymen Polizeibeamten mit den Worten: "Es gibt mehr Tote im Meer." Die meisten Todesopfer ertranken bei dem Versuch, schwimmend von Marokko aus in die Exklave an der Straße von Gibraltar zu gelangen.
Die spanische Exklave Ceuta ist von Marokko und dem Mittelmeer umschlossen.
Das ist noch unklar. Es gibt mehrere Erklärungsversuche. Verwiesen wird etwa auf Armut und fehlende Perspektiven für junge Marokkaner. Als möglicher Auslöser gilt auch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens, wonach auf dem Seeweg aufgegriffene Migranten nicht mehr unmittelbar nach Marokko zurückgewiesen werden dürfen.
Die meisten unabhängigen Analysten in Spanien gehen davon aus, dass ein solcher Andrang nicht ohne die marokkanischen Behörden möglich gewesen wäre. Die normalerweise streng bewachte Grenze gilt als so sensibel und kontrollierbar, dass Zehntausende Menschen sie nach Einschätzung der Zeitung El País nicht ohne "Billigung oder Mitwirkung" der Verantwortlichen in Rabat hätten überwinden können.
Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska machte Schleppernetzwerke für den Ansturm verantwortlich. Diese hätten schutzbedürftige Migranten ausgenutzt und irreführende Gerüchte über ein Gerichtsurteil verbreitet. Er betonte, dass die Regierung Marokkos ein verlässlicher Partner sei.
Zehntausende haben in den vergangenen Tagen die Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta überquert.
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Die marokkanische Regierung selbst hat sich bislang nicht geäußert. Lediglich die Botschafterin Rabats in Madrid hat erklärt, Marokko bedauere die Ereignisse und setze sich für eine legale, geordnete und sichere Migration ein.