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Wegen KI-Flut: Apple deckelt Zahl der Sicherheitsmeldungen pro Forscher
Apple hat bestätigt, dass im Sicherheitsportal des Unternehmens eine Obergrenze für Meldungen eingeführt wurde, verbunden mit einer Wartezeit bis zum Einreichen neuer Sicherheitslücken. Damit reagiert der Konzern auf die gestiegene Anzahl an Meldungen durch künstliche Intelligenz. Die Obergrenze lässt sich per Antrag vergrößern.
Die Änderungen sollen bereits im Juni 2026 in Kraft getreten sein, doch erst jetzt äußerte sich der Konzern gegenüber der Financial Times offiziell dazu.
With the growing volume of AI-generated security submissions across the industry, we recently adjusted the number of new reports a researcher can have open at once.
Hintergrund sei die wachsende Anzahl an Sicherheitsmeldungen, die durch ChatGPT, Claude und Co. regelrecht explodiert seien. Die neuen Large-Language-Modelle können Sicherheitslücken finden und dann einzeln oder sogar in Kombination ausnutzen. Dieser Umstand überlastete die menschlichen Review-Teams, die bisher die Sicherheitslücken geprüft und an den Fehlerbehebungen gearbeitet haben.
Mit den Sicherheitsmeldungen verbunden sind potenzielle Millionenzahlungen. Das Bug Bounty Program von Apple sieht für bestätigte Sicherheitsmeldungen Belohnungen von bis zu 2 Millionen US-Dollar vor, mit Boni lassen sich die Auszahlungen auf bis zu 5 Millionen US-Dollar steigern. Die Belohnungen fungieren als Anreiz für Sicherheitsforscher, ihre Entdeckungen mit Apple zu teilen, anstatt diese zu vergleichbaren Preisen in Black-Hat-Kreisen zu offerieren oder an staatliche Behörden zu veräußern.
Wie kompetent die aktuellen KI-Modelle beim Thema Cybersicherheit sind, lässt sich mit einem Blick in die USA erahnen: Mittlerweile unterziehen sich die großen KI-Unternehmen wegen einer Anweisung des US-Präsidenten der Selbstverpflichtung, relevante „Frontier-Modelle“ 30 Tage im Vorfeld der Veröffentlichung der US-Regierung zur Verfügung zu stellen. Die Selbstverpflichtung ist zwar auf dem Papier freiwillig, aber wie die US-Regierung bei Fable 5 gezeigt hat, haben US-Unternehmen bei einem Export-Bann keine andere Wahl, als den Service weltweit temporär einzustellen.
Tatsächlich haben sowohl Anthropic als auch OpenAI vor Kurzem Berichte veröffentlicht, wie bei der Entwicklung von KI-Systemen mehrere Sicherheitsvorfälle entstanden sind. Denkwürdig war dabei das Ausbrechen von ChatGPT 5.6 Sol aus einer abgesicherten Sandbox, um sich Zugriff zum Internet zu verschaffen, in eine Plattform für KI-Modelle unrechtmäßig einzudringen, damit es bei einer Cybersicherheits-Prüfung „schummeln“ kann. Hier soll aber auch menschliches Versagen eine tragende Rolle gespielt haben. Weitere Vorfälle werden gerade untersucht.
Apple reagierte auf die geänderte Sicherheitslage schon vor wenigen Wochen mit dem Versprechen, Sicherheitsupdates nun noch schneller veröffentlichen zu wollen, und zog im gleichen Atemzug die Veröffentlichung von mehreren Fehlerbehebungen aus iOS 26.6 mit iOS 26.5.2 vor.