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Migration in spanischer Exklave: Was lernen EU und Spanien aus Ceuta?
Binnen weniger Tage gelangten Zehntausende Migranten nach Ceuta. Die meisten sind zurück in Marokko, doch die Debatte über den Schutz der EU-Außengrenzen bleibt. Die Menschen in Ceuta versuchen derweil, zur Normalität zurückzukehren.
In der Innenstadt von Ceuta scheint wieder Normalität eingekehrt zu sein. Die Cafés und Bars rund um die Plaza de la Constitución sind voll. Am Kiosk stehen Menschen für ihre Zeitung an, tauschen sich darüber aus, was ihnen in den vergangenen Tagen passiert ist und wie es weitergehen soll.
Gastwirtin Gema Molina Parra würde in diesen Tagen eigentlich das Geschäft des Jahres machen, in ihrem Pavillon auf dem Stadtfest von Ceuta auf einer großen Festmeile, das den Ereignissen zum Opfer fiel. Abgesehen davon, dass sie das ärgert, macht sie sich vor allem um die Zukunft Sorgen: "Wenn die Zentralregierung keine Maßnahmen ergreift, wird das hier so oft wieder passieren, wie sie Lust dazu haben."
Gema vergleicht die Situation mit einem Kräftemessen zwischen Spanien und Marokko. Sie hätten ihnen zu verstehen gegeben, dass sie die Stadt innerhalb von Minuten und Stunden überrennen können. Was der Gastwirtin aber auch wichtig ist - und was viele in diesen Tagen in Interviews betonen - sie habe sehr viele muslimische Freunde und muslimische Verwandte. "Hier geht es nicht um Rassismus, es geht darum, dass wir das nicht mehr stemmen können."
Der Ansturm auf Ceuta hat ein Nachspiel: Am Dienstag soll eine Dringlichkeitssitzung der EU-Innenminister stattfinden.
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Viele in Ceuta sehen ihre 80.000-Einwohner-Stadt als Ort des friedlichen Zusammenlebens. Und jetzt? Ist ein gerade mal knapp 20 Quadratkilometer großes Gebiet an der Außengrenze Europas zum Zentrum eines polarisierenden Schlagabtauschs über Europas Migrationspolitik geworden.
Vor allem Spaniens linke Regierung unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez wird aus der EU heftig angegriffen. Italiens rechtskonservative Regierung setzt das Schengen-Abkommen mit Spanien aus, Frankreich verschärft die Grenzkontrollen. Und Europas Regierungen und Institutionen schreiben sich gegenseitig eifrig Briefe: 22 EU-Länder - auch Deutschland - fordern eine europäische Antwort auf die Ereignisse und drücken zwischen den Zeilen ihr Missfallen an Spaniens liberaler Migrationspolitik aus.
Spaniens umgehende Antwort, ebenso per Brief, kann die Diskussion nicht beruhigen. Obwohl Regierungschef Sánchez erklärt, seiner Regierung sei es innerhalb von weniger als 48 Stunden gelungen, "die Kontrolle über die Grenze vollständig wiederherzustellen, umfassende humanitäre Hilfe zu leisten, nahezu alle unerlaubt eingereisten Migranten zurückzuschicken und jegliche unerlaubte Weiterreise nach Kontinentaleuropa zu verhindern".
Interview
04.08.2026
Ist Spanien für die Krise in Ceuta verantwortlich? Der Migrationsexperte Gerald Knaus verneint das.
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