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Blue Reflection Quartet im Test: Hübsche Sammlung einer unterschätzten JRPG-Reihe
Wenn Sailor Moon und Persona ein Kind hätten: Diese JRPG-Kollektion vereint melancholischen Schulalltag mit Dämonenkämpfen und starker Atmosphäre.
Mittlerweile gibt es ja ziemlich viele Sammlungen von Videospielreihen, die mal liebevoller, mal abgebrühter gestaltet sind. Meistens sind es aber vor allem langjährige Erfolgsgeschichten mit Highlights, die ihre besten Titel noch einmal präsentieren wollen. Blue Reflection Quartet sticht da als etwas andere Kollektion hervor. Die eher mittelmäßig erfolgreiche Reihe von Gust umfasst schon vier Werke, die sich von Konsolenspielen über eine Animeserie bis hin zu einem F2P-Mobile-Game erstrecken. Die kürzlich erschienene Quartet-Kollektion setzt nun auf Vollständigkeit und Transparenz. Eine willkommene Seltenheit im derweil schnelllebigen und meist unvollständigen Videospielchaos.
Blue Reflection Quartet führt erstmals die gesamte Geschichte der Reihe in einem sehr schön aufbereiteten Paket zusammen. Im Zentrum steht Hinako Shirai, eine ehemalige Ballerina, die nach einer schweren Verletzung ihren Traum aufgeben musste und nun an der Hoshinomiya Girls' High School ihren Platz sucht. Im ersten Spiel verknüpft die Erzählung den entschleunigten Schulalltag, der sich um Themen wie Selbstzweifel, Freundschaft und Erwachsenwerden dreht, mit einer surrealen Traumwelt, in der Hinako als sogenannte "Reflector" gegen Dämonen kämpft.
Entwickler Gust ist vor allem für die langlebige Atelier-Reihe bekannt. Die markante, melancholisch-verträumte Optik von Blue Reflection stammt vom renommierten Illustrator Mel Kishida, der der gesamten Reihe ihren besonderen visuellen Stempel aufdrückt.
Spielerisch bietet die Sammlung eine interessante Evolution. Während der erste Teil auf klassische, rundenbasierte Kämpfe setzt, die durch individuelle Fähigkeiten und ein Beziehungssystem ergänzt werden, führt Blue Reflection Sun einen aktiven Zeitstrahl ein. Dieser sorgt für deutlich mehr Dynamik und Taktik, da die Figuren im richtigen Moment positioniert werden müssen. Sun bietet zwar eine knackigere Herausforderung, weil sich alle Mechaniken in den langen Bossgefechten voll entfalten können, aber Second Light verfeinert die Mechaniken generell weiter. Zum Kampf kommen neue Elemente wie Crafting, Kochen und der Ausbau der eigenen Basis. Ein besonderes Detail bleibt die enge Verknüpfung von Gameplay und Story, etwa wenn Hinakos Angriffe nach Ballettbewegungen benannt sind oder neue Attacken durch Mitschülerinnen freigeschaltet werden. Mehr zu den unterschiedlichen Systemen und dazu, warum Ray keine Kämpfe, sondern nur Erkundungssequenzen hat, erfahrt ihr im Video oben.
Technisch zeigt die Kollektion die Entwicklung der Serie über fast zehn Jahre. Der erste Teil von 2017 hat das deutlichste Grafik-Update erhalten, kämpft aber stellenweise noch mit einer festen Kamera und linearen Dungeons. Die neueren Titel wie Ray, Sun und Second Light bieten hingegen eine frei bewegliche Kamera und detailreichere Schauplätze. Ein herausragendes Merkmal der gesamten Reihe ist der einzigartige Soundtrack, der statt auf gewaltige Klanggewänder eher auf melancholische Klavierstücke setzt. Ein Wermutstropfen für den hiesigen Markt bleibt jedoch die fehlende deutsche Lokalisierung; die Spiele werden ausschließlich mit japanischer Sprachausgabe und englischen Untertiteln präsentiert.
Angaben zum Test: Ich habe Blue Reflection Quartet rund 30 Stunden auf der PS5 getestet. Jedes Spiel ist dabei unterschiedlich lang und reicht von 20 Stunden für die Geschichte von Blue Reflection (2017) bis zu nur drei für Ray. Außerdem kann man durch die verbindenden Funktionen gut Zeit im Menü verbringen. Es gibt zudem besondere Extras, wie Kostüme für steuerbare Figuren. Das Testmuster wurde auf Anfrage von Koei Tecmo zur Verfügung gestellt.
"Blue Reflection Quartet" wirkt wie ein Herzensprojekt für Fans von JRPGs, die Wert auf eine außergewöhnliche Atmosphäre und charaktergetriebene Geschichten legen. Ich hatte das seltene Gefühl, wirklich mal fe