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Risiko E-Scooter? - Jugendtrend mit Folgen
Viele Jugendliche nutzen E-Scooter im Alltag, doch die Unfallzahlen steigen. Fachleute warnen vor Risiken und fordern eine bessere Verkehrsausbildung.
Vor vielen Schulen in Deutschland zeigt sich jeden Morgen dasselbe Bild: Aus allen Richtungen kommen Jugendliche auf E-Scootern angebraust, mal allein, mal verbotenerweise zu zweit. Manche fahren auf einem Leihfahrzeug, andere haben längst ihren eigenen Scooter. Bei vielen jungen Leuten ist er aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Doch so lässig eine Fahrt darauf wirken mag, die potenzielle Gefahr sollte man nicht unterschätzen. Nicht nur die Unfallzahlen steigen. Fachleute sehen auch andere gesundheitliche Risiken. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Trend:
1,4 Millionen E-Scooter gab es laut dem Statistischen Bundesamt 2023 in privaten Haushalten. Die Beliebtheit dürfte laut dem Mobilitätsexperten Sören Groth vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in Dortmund inzwischen weiter zugenommen haben. Dazu kommen nach seinen Angaben etwa 200.000 Leihscooter, die überwiegend in Großstädten unterwegs sind.
Dass die Gefährte gerade bei Jugendlichen angesagt sind, liegt ihm zufolge daran, dass sich E-Scooter in diesem Alter gut eignen, den persönlichen Aktionsradius zu erweitern und mobil zu werden. E-Scooter seien für junge Leute das ideale Verkehrsmittel, um zu lernen, sich selbstbestimmt in der Umgebung zu bewegen und die noch kleine Welt um sie herum zu erkunden.
„Den Jugendlichen ist ein cooles Design wichtig, sie schwitzen dabei nicht, fahren vielleicht – unerlaubterweise – auch mal mit dem besten Freund oder der besten Freundin eng umschlungen.“ Allerdings nutzten junge Leute heutzutage eine breite Palette an Verkehrsmitteln. E-Scooter seien aktuell eine Art Hype-Objekt. „Morgen könnten auch wieder bestimmte Fahrräder bei Jugendlichen auf der Eins stehen“, meint Groth.
Schaut man auf die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten in Deutschland, machten 2025 die, an denen ein E-Scooter-Fahrer beteiligt war, laut dem Statistischen Bundesamt nur einen geringen Anteil aus. Allerdings registrierte die Polizei demnach im vergangenen Jahr fast 16.500 E-Scooter-Unfälle – im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von rund 38 Prozent.
Nicht nur der starke Anstieg beunruhigt Fachleute wie Unfallforscherin Kirstin Zeidler vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), sondern auch das Alter der Betroffenen. „Am meisten verunglücken tatsächlich die 15- bis 17-Jährigen“, sagt sie. Mehr als die Hälfte der Verunglückten sei jünger als 25 Jahre.
Jüngere fahren häufiger mit einem Leih-Scooter, wie eine GDV-Befragung ergeben hatte. Im Gegensatz zu Menschen, die einen eigenen E-Scooter besitzen, sind diese nach Einschätzung von Zeidler weniger geübt im Umgang, tragen seltener Helm und halten sich oft weniger an die geltenden Regeln.
Eine im Fachjournal Scientific Reports veröffentlichte britische Studie vergleicht Verletzungsmuster nach Unfällen mit E-Scootern, Motorrädern und Fahrrädern. Unter den im Traumaregister erfassten Verletzten war die relative Häufigkeit eines Schädel-Hirn-Traumas bei erwachsenen E-Scooter-Fahrern 3,45-mal so hoch wie bei Motorradfahrern und 1,74-mal so hoch wie bei Radfahrern. Auch Verletzungen innerer Organe traten häufiger auf. Die Ergebnisse erlauben jedoch keine Aussage darüber, wie hoch das allgemeine Unfallrisiko pro Fahrt oder pro gefahrenem Kilometer im Vergleich ist.