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Take-Two-Chef sagt, dass wir in drei Jahren eh alle unsere Spiele streamen werden
Nach Sonys Ende physischer Discs erwartet der Publisher-Chef eine verzehnfachte Nutzerbasis durch Cloud-Gaming – auch mit Blick auf GTA 6.
Im neuesten Finanzbericht von Take-Two stellt CEO Strauss Zelnick ein paar steile Thesen zur Zukunft der Spieleindustrie auf. Die Branche verdaut aktuell noch Sonys umstrittene Entscheidung, keine physischen Spiele auf Disc mehr zu produzieren und stattdessen komplett auf eine digitale Zukunft zu setzen. Zelnick geht sogar noch einen Schritt weiter: Er glaubt, dass wir in Zukunft nicht nur auf digitale Käufe setzen, sondern unsere Spiele direkt streamen werden.
"Mit dem Aufstieg des Streamings werden aus Geräten, die zuvor gar keine Spielkonsolen waren, plötzlich Spielkonsolen", erklärte Zelnick heute Morgen im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen von Take-Two (danke, Kotaku). "Wir glauben wirklich, dass der Durchbruch kurz bevorsteht. Dann bekommen wir eine Technik mit niedriger Latenz, die für euch als Konsumenten richtig gut funktioniert."
"Unabhängig davon, was auf dem Konsolenmarkt passiert – was für uns natürlich enorm wichtig ist –, sehen wir in der Praxis ein massives Wachstum der gesamten Install Base. Wenn ihr also ans Streaming glaubt ... wir tun es auf jeden Fall. Und ich nenne euch dafür auch gerne einen Zeitrahmen."
Strauss Zelnick leitet den Spiele-Publisher Take-Two Interactive seit 2007 als Executive Chairman und CEO. Vor seiner Karriere in der Games-Branche war der erfahrene Medienmanager unter anderem als President bei BMG Entertainment und 20th Century Fox tätig.
Strauss schätzt, dass wir in drei Jahren im "kommerziellen Streaming-Modus" angekommen sind. Damit meint er eine Game-Streaming-Plattform mit geringer Latenz, die für die breite Masse der Spieler problemlos funktioniert. (Ich lese das im Grunde als ein "Plug and Play"-System: Ihr könnt ohne große Hürden und nervigen Aufwand direkt auf eure Spiele zugreifen und sofort loszocken).
"[Kommerzielles Streaming] kann die effektive Install Base verzehnfachen", fuhr er fort. "Das heißt natürlich nicht, dass wir unseren Umsatz verzehnfachen werden. So etwas würden wir auch gar nicht prognostizieren. Die absoluten Hardcore-Gamer besitzen ohnehin schon entsprechende Gaming-Hardware. Aber ich bin überzeugt, dass dadurch eine riesige Chance für Titel entsteht, die auch außerhalb unserer Kernmärkte extrem gefragt sind. Und solche Titel haben wir bekanntermaßen im Portfolio."
Take-Two hat seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 gerade erst auf satte 8,2 Milliarden US-Dollar nach oben korrigiert. Man kann also getrost behaupten, dass Zelnick den Markt bestens kennt. Zudem hat er sich in der Vergangenheit schon öfter treffend zum Zustand der Spieleindustrie geäußert. So bleibt er etwa skeptisch gegenüber generativer KI. Diese Position vertrat er bereits, lange bevor die eher negativen Auswirkungen dieser Werkzeuge auf die Branche deutlich wurden.
Seine aktuellen Aussagen lassen mich allerdings über die Zukunft von GTA 6 nachgrübeln. Das Spiel hat noch immer kein Release-Datum für den PC. Aber angesichts der extrem starken Vorbestellerzahlen von GTA 6 wissen wir, dass die Nachfrage gigantisch ist. Landet der Blockbuster am Ende vielleicht eher auf einer Streaming-Plattform als auf dem PC? Weiß Zelnick Dinge über die nahe Zukunft der Spieleindustrie, die uns noch verborgen sind? Werden die Xbox Helix und die PS6 Streaming gegenüber klassischen Datenträgern priorisieren? Oder philosophiert hier einfach nur ein hochrangiger Manager ganz öffentlich darüber, wohin die Reise gehen könnte?
Womöglich haben diese Aussagen auch gar nichts mit GTA 6 zu tun – auch wenn ich das stark bezweifle. Take-Two ist ein Meister darin, Gewinne zu maximieren. Der Publisher nutzt Abo-Dienste wie PS Plus und den Xbox Game Pass clever für sich aus und bringt seine Software auf so viele Plattformen wie möglich. Die einfache Rechnung dahinter: Mehr Spieler bedeuten mehr Profit. Es liegt also nahe, dass wir hier schon mal sanft au