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Baldur’s Gate 3: BioWare-Veteran lobt das Sequel, weil es sich nicht sklavisch an Baldur’s Gate 2 gehalten hat
Der langjährige BioWare-Mitarbeiter Mark Darrah sieht in Larians Rollenspiel-Hit Baldur’s Gate 3 die perfekte Fortsetzung, da sie mutig mit alten Mustern bricht.
Mark Darrah hat nicht nur an den ersten beiden Baldur’s Gate-Teilen mitgearbeitet, sondern in seinen vielen Jahren als Entwickler bei BioWare viele der Rollenspiele des Studios mitgeprägt. In einem Interview sprach er nun darüber, warum Baldur’s Gate 3 auch drei Jahre nach der Veröffentlichung immer noch so erfolgreich ist und was es zu so einem herausragenden Sequel macht.
In seiner Zeit bei BioWare arbeitete er nicht nur an Baldur’s Gate 1 und 2 mit, sondern auch an Neverwinter Nights und Jade Empire. Aber auch an Dragon Age Origins, Inquisition und The Veilguard war er beteiligt. Umso größer ist das Lob von Darrah, dass Baldur’s Gate 3 das bestmögliche Sequel ist, das er sich wünschen konnte.
Das schreibt er vor allem der Fähigkeit von Larian Studios zu, ihren eigenen Weg mit dem Spiel zu gehen. Baldur’s Gate 3 hält sich nicht “strikt an die Vorstellung, wie eine Fortsetzung aussehen sollte”, erzählt er im FRVR-Podcast. Das sollte eigentlich auch nicht überraschen, denn immerhin “liegen 22 Jahre zwischen den Spielen”. Dennoch gibt es genug Beispiele, die sich deutlich näher an Spielen wie Baldur’s Gate 2 orientieren und so eher in ihrer Nische bleiben, statt den Absprung zum Mainstream-Markt zu schaffen.
Das ist an sich natürlich nichts Schlimmes, denn es gibt immer noch Bedarf an solchen Spielen, doch meint auch Darrah, dass die Zeiten und auch sein eigener Geschmack sich schlicht verändert haben: “Pillars of Eternity fühlt sich an wie ein Infinity-Engine-Spiel. Ist es aber nicht. Ich habe es gespielt und dachte mir: ‘Wow, das fühlt sich wirklich sehr nach einem geistigen Nachfolger von Baldur’s Gate oder Icewind Dale oder so etwas an. Einige der Leute sind sogar dieselben.’”
“Und ich habe es gespielt und dachte: Ja, ich kann nichts daran bemängeln, was die Treue zu dieser Inspiration angeht, aber die Realität ist, dass sich die Branche seitdem so sehr weiterentwickelt hat, dass ich dachte: Oh ja, das ist eine wirklich originalgetreue Adaption davon, und dann stellte sich heraus, dass ich das eigentlich gar nicht mehr wollte.”
“Larian ist, sie sind, von Baldur’s Gate 2 und Baldur’s Gate 1 geprägt, aber sie sind auch von Divine Divinity geprägt”, lobt er das Studio. “Sie sind von ihrer eigenen Erfolgsgeschichte geprägt, sie sind davon geprägt, was aus CRPGs in den vergangenen 20 Jahren geworden ist. Daher halte ich es für eine großartige Fortsetzung. Ich finde, sie haben angesichts dieser großen Lücke das Richtige getan.”
Dabei betont er, dass Larian es geschafft hat, seinen eigenen Ton zu finden und vor allem eine logische Fortsetzung der Vorgänger und Inspirationen zu schaffen. “Wenn man Neverwinter Nights und Dragon Age Origins mit einbezieht und diese Linie zieht, dann führt das ziemlich eindeutig zu einem Spiel wie Baldur’s Gate 3”, erklärt Darrah. “Wenn man Neverwinter und Dragon Age Origins nicht mit einbezieht, dann bin ich mir nicht ganz sicher, wohin die Reise geht. Dieser Bogen umfasst also offensichtlich auch Baldur’s Gate 3, denn sonst wären wir nicht hier, aber es ist nicht so offensichtlich, weil die Lücke so groß ist.”
Es ist ein wirklich hohes Lob von einem der großen Köpfe hinter Baldur’s Gate. Und umso größer ist die Herausforderung für das Studio, das Baldur’s Gate 4 machen wird. Bisher hat sich noch niemand für diese monumentale Aufgabe gefunden und selbst Mark Darrah empfiehlt eher ein großes Add-on statt direkt eines vierten Teils.