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Doom-Entwickler kritisiert Xbox nach massiven Entlassungen bei id Software
Nach den massiven Stellenstreichungen bei id Software erhebt ein langjähriger Entwickler schwere Vorwürfe gegen die Xbox-Führung. Er zweifelt daran, wie das Studio mit deutlich weniger Personal künftig Spiele wie Doom: The Dark Ages entwickeln und seine Engine pflegen soll.
Die massiven Stellenstreichungen innerhalb der Xbox-Sparte sorgen weiterhin für Unruhe. Auch id Software war stark von der Umstrukturierung betroffen und musste 136 Stellen streichen. Ein langjähriger Doom-Entwickler hat die Unternehmensführung von Xbox scharf kritisiert und dabei vor allem infrage gestellt, ob der Konzern die Besonderheiten der Spieleentwicklung tatsächlich versteht.
In einem Gespräch mit dem Auf ein Bier-Podcast äußerte sich Chris Hays, der seit 16 Jahren bei id Software arbeitet und derzeit als Lead Services Programmer tätig ist, zu den jüngsten Entlassungen. Seine Kritik richtet sich insbesondere gegen eine Unternehmensführung, die stark auf kurzfristige finanzielle Ergebnisse ausgerichtet sei.
„Sie verstehen Kunst grundsätzlich nicht. Sie verstehen Spiele nicht. Sie verstehen dieses Geschäftsmodell nicht“, erklärt Hays. Seiner Ansicht nach kollidiert die langfristige Entwicklung großer Spiele mit einer Konzernstruktur, die regelmäßig auf einzelne Geschäftsquartale und Geschäftsjahre blickt.
„Wie können wir dieses Geschäftsquartal oder -jahr positiv darstellen? Das steht im Widerspruch zu den Faktoren, die ein erfolgreiches Spiel ausmachen“, so der Entwickler weiter. Gute Spiele würden Zeit benötigen, während wirtschaftliche Zielvorgaben häufig deutlich kurzfristiger ausgerichtet seien.
Besonders hart sollen die Einschnitte id Software getroffen haben. Berichten zufolge verlor das Studio rund die Hälfte seiner Belegschaft. Unter den entlassenen Mitarbeitern gab es anschließend Stimmen, die bezweifelten, dass id Software künftig noch Spiele mit dem bisherigen Umfang und der gewohnten technischen Qualität produzieren könne.
Hays selbst sieht ebenfalls erhebliche Probleme: „Es ist schwer, ein Spiel zu entwickeln, wenn ganze Abteilungen abgebaut wurden [und] ganze Fachbereiche wegfallen.“ Unklar sei insbesondere, wie bestimmte Aufgaben künftig übernommen werden sollen, nachdem ganze Fachbereiche verkleinert oder aufgelöst wurden.
Als Beispiele nennt Hays unter anderem die Erstellung von Skyboxen, die Infrastruktur sowie die Entwicklung und Wartung der hauseigenen id-Tech-Engine: „Wer wird diese Arbeit jetzt übernehmen? Wir haben uns gefragt: Wer wird unsere Skyboxen erstellen, wenn wir unseren Skybox-Künstler entlassen? Wie sollen wir unsere Infrastruktur warten, wenn wir unser Infrastrukturteam entlassen? Wie sollen wir unsere Engine warten, wenn ein Großteil unseres Engine-Teams entlassen wird?“
Damit widerspricht Hays zumindest teilweise der Darstellung von Doom: The Dark Ages-Director Hugo Martin. Dieser hatte zuvor Behauptungen zurückgewiesen, id Software sei durch die Entlassungen praktisch ausgehöhlt worden. „Wir haben dieselbe Größe wie damals, als wir ‚Doom 2016‘ entwickelt haben, und id Tech ist nach wie vor sehr lebendig und gut in Form“, erklärte Martin.
Hays sieht das Ganze dagegen wesentlich kritischer: „Wir sind nicht dasselbe id, wir sind zur Hälfte dasselbe id.“