// COMPUTERBASE — INTELLIGENZA ARTIFICIALE
Claude-Wasserzeichen: Kennzeichnung trifft auf Kritik, aber auch auf Zuspruch
Anthropics Entscheidung, Ausgaben von Claude mit unsichtbaren digitalen Wasserzeichen zu versehen, sorgt für Kritik, aber auch für Zustimmung. Während eine Seite Nachteile durch die Kennzeichnung KI-generierter Texte befürchtet, begrüßt die andere die Maßnahme als sinnvolles Mittel zur Erkennung von KI-Inhalten.
Seit Anfang August versieht Anthropic mit Claude erstellte Ausgaben mit einem unsichtbaren Wasserzeichen, das sogar das Kopieren des Textes sowie leichte Anpassungen überstehen soll. Damit will das Unternehmen dem Transparenzkodex des EU AI Act gerecht werden, der Anbieter dazu verpflichtet, KI-generierte oder KI-bearbeitete Inhalte in einer für Computersysteme erkennbaren Form zu kennzeichnen.
Während zahlreiche Nutzer dem Vorgehen positiv gegenüberstehen, gibt es allerdings auch Kritik. So berichtet TechCrunch darüber, dass die Änderung auf Reddit teilweise auf großen Widerstand stößt. Viele sehen das Vorgehen als problematisch an, da technisch versierte Claude-Anwender die Kennzeichnung ihrer Einschätzung nach womöglich durch Paraphrasieren oder eine weitere Bearbeitung mit anderen KI-Diensten entfernen könnten, durchschnittliche Anwender dagegen Gefahr liefen, dass ihre Claude-Nutzung erkannt wird.
Auf Reddit macht ein Nutzer namens „visionode“ seinem Ärger Luft. Seiner Meinung nach würden am Ende vor allem Schüler, Studenten oder Journalisten Probleme bekommen, die Claude lediglich dazu benutzt haben sollen, ihre Absätze neu zu ordnen, Texte zusammenzufassen, oder die lediglich eine Schreibblockade hatten und nach Synonymen fragten. „Diese Leute gehen mit einem digitalen Tattoo auf der Stirn aus dem Prozess hervor“, so der Reddit-Nutzer.
In dem Bericht werden allerdings einige sinnvolle Gegenargumente aufgeführt: So gaben andere Kommentatoren an, dass sich ein Journalist bei einer Zusammenfassung nicht an einem Wasserzeichen stören muss, solange er Teile des Textes nicht wortwörtlich in seinen Artikel übernimmt. Gleiches gilt für Schüler, sofern sie überarbeitete Passagen nicht direkt in ihre Arbeiten übernehmen.
Dennoch ist „visionode“ nicht der einzige Kritiker der Maßnahme. Andere Nutzer bezeichneten das Wasserzeichen als „unethisch“ und „widerlich“. In der Diskussion argumentiert ein Nutzer, dass er bei der Arbeit mit Claude allein durch seine Anweisungen, Entscheidungen, den nötigen Kontext und unzählige Überarbeitungen einen großen eigenen Anteil an der Arbeit geschaffen habe – Claude soll hier lediglich als Werkzeug fungiert haben. Doch auch hier widersprechen einige Kommentatoren. Für einige gehe es darum, KI-generierte Inhalte zu erkennen, „weil solche Inhalte in verschiedenen Situationen Risiken verursachen können“.
In der Diskussion sind allerdings auch differenziertere Einwände gegen Anthropics Vorgehen zu vernehmen. Ein anderer Reddit-Nutzer sieht beispielsweise einen grundsätzlichen Widerspruch darin, dass KI-Unternehmen generierte Texte mit Wasserzeichen kennzeichnen, obwohl führende KI-Modelle ihrerseits mit großen Mengen fremder Inhalte trainiert wurden. So etwas sei „erschreckend ironisch“.
Insgesamt überwiegt in der Diskussion allerdings die Zustimmung zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte, wobei die Befürworter Wasserzeichen als sinnvolles Mittel betrachten, um algorithmisch erzeugte Inhalte nachvollziehbar zu machen.
Die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte, egal ob Texte oder Bilder, ist grundsätzlich zu begrüßen. Die aktuelle Ausrichtung birgt allerdings zahlreiche Schwachstellen, die für Autoren problematisch werden können. Den dürftigen Informationen zufolge, die Anthropic bislang zu seiner Umsetzung veröffentlicht hat, werden von Claude ausgegebene Texte generell mit einem Wasserzeichen versehen. Es gibt dabei quasi nur „An“ oder „Aus“, aber keine Unterscheidung oder Differenzierung nach dem, was Claude eigentlich gemacht hat.
Denn was ist mit Texten, bei denen Claude lediglich eine Grammatikkorrektur vorgenommen hat? Oder mit kleinen Korrekturen an Stil und Ausdruck, um den e