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Niedriger Donaupegel: Rumänien schaltet einziges AKW komplett ab
Weil die Donau zu wenig Wasser führt, muss Rumänien sein einziges Atomkraftwerk ganz herunterfahren. Damit fällt ein Fünftel der Stromproduktion des Landes aus. Die Menschen in Rumänien gehen unterschiedlich mit der Energiekrise um.
In dem kleinen Dorf Scoarța, vier Autostunden von Bukarest entfernt, ist nachts nicht viel los. Ab und zu fährt ein Auto durch, ansonsten herrscht Ruhe. Und seit Anfang August ist es ab Mitternacht in Scoarța auch zappenduster. Um Energie zu sparen, wird nachts die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet.
"Jeder muss sparen", erklärt Scoarțas Bürgermeister Ion Grigore Stamatoiu. Auch die Gemeindeverwaltung habe einige Maßnahmen ergriffen. "Konkret: Verkürzte Betriebszeiten der Straßenbeleuchtung. Wir haben die Beleuchtung um vier Stunden reduziert." Von Mitternacht bis vier Uhr morgens ist die Straßenbeleuchtung nun ausgeschaltet, so Stamatoiu.
Die Idee, sagt Stamatoiu, hätten einige Dorfbewohner gehabt. Entsprechend hoch ist die Akzeptanz in der Bevölkerung: "Es beeinträchtigt uns nicht, denn abends funktioniert die öffentliche Straßenbeleuchtung. Und nachts, ab 23:30 Uhr, 00:00 Uhr, wenn sie ausgeschaltet wird, haben wir keinen Grund, auf der Straße unterwegs zu sein."
Der Pegel im Rhein sinkt weiter - was die Logistik massiv stört.
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Schon seit zwei Wochen ist die Energie in Rumänien knapper als sonst: Im einzigen Atomkraftwerk Cernavoda wurde bereits Ende Juli der erste Reaktorblock heruntergefahren. Das Land hatte anschließend versucht, den zweiten Reaktor des Kraftwerks mit ungewöhnlichen Maßnahmen in Betrieb zu halten.
In der Donau wurden kürzlich mit Steinen beladene Lastkähne versenkt, um mehr Wasser zum Kraftwerk zu leiten. Zuvor hatte die Armee einen Felsen gesprengt, ebenfalls um mehr Wasser zum Kraftwerk zu schaffen. Dadurch konnte der Betrieb des zweiten Reaktors immerhin um ein paar Tage verlängert werden.
Jetzt aber musste auch der zweite Reaktor heruntergefahren werden, erklärte Cristian Bușoi, Staatssekretär im rumänischen Energieministerium: "Grund dafür ist die geringe Durchflussmenge der Donau beziehungsweise der niedrige Wasserstand, der für den Betrieb der Kühlpumpen erforderlich ist. Daher wurde heute Morgen mit der schrittweisen Abschaltung von Block 2 begonnen."
Seit dem Vormittag ist Cernavoda nun vom Netz. Damit fallen 20 Prozent des rumänischen Strombedarfs aus. Laut Cristian Bușoi können diese aber kurzfristig ersetzt werden: "Die 680 bis 700 Megawatt, die Block 2 in Cernavoda durchschnittlich produziert, werden wir hauptsächlich durch Importe ausgleichen. In diesen Tagen hilft uns auch die Windenergie."
Für die kommende Woche sei, falls nötig, ein Block des Kohlekraftwerks Rovinari mit rund 300 Megawatt in Reserve, so Bușoi. Rumänien hat die Europäische Kommission inzwischen informiert, dass es wegen der Energiekrise die Stilllegung einiger Kohlekraftwerke verschieben möchte.