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In Taiwan war mobiles Internet für eine halbe Stunde unbrauchbar - wie geplant
Die jährliche Krisenübung zur Vorbereitung auf mögliche Angriffe auf Taiwan hat erstmals auch Online-Einschränkungen umfasst. Mobiles Internet war unbenutzbar.
Taiwan hat die Bevölkerung gestern praktisch vom Internet abgeschnitten – für eine halbe Stunde. Dies war erstmals Teil der jährlichen Luftschutzübungen, um Störungen des Mobilfunknetzes bei möglichen Angriffen auf die Insel zu simulieren. Dabei wurde der mobile Internetzugang massiv gedrosselt, sodass Nutzer nur noch herkömmlich telefonieren oder SMS verschicken konnten. Neben sozialen Netzwerken und Internet-Videos waren auch normale Nachrichtenseiten in der Zeit kaum oder gar nicht erreichbar.
Diese 30-minütigen Katastrophenschutzübungen finden jedes Jahr statt und umfassen üblicherweise eine Ausgangssperre, in der die Menschen angehalten werden, in den Häusern zu bleiben. Der Verkehr steht dabei praktisch still, was auch polizeilich kontrolliert wird. Da es sich vorrangig um eine Luftschutzübung handelt, werden auch aufwärts laufende Rolltreppen in öffentlichen Gebäuden wie Bahnhöfen für diese Zeit abgeschaltet.
Die taiwanische Regierung hatte letzten Monat bereits angekündigt, bei der diesjährigen Katastrophenschutzübung auch die Abschaltung von mobilem Internet zu testen. Diese Krisenübung wurde gestern Nachmittag (Ortszeit) in 14 Städten und Landkreisen in Nord- und Zentraltaiwan durchgeführt und dauerte 30 Minuten. Vor 14:30 Uhr waren Internetverbindungen bei eigenen Tests per Smartphone mit 4G/5G problemlos möglich.
Danach war mobiles Internet bis 15 Uhr praktisch unbrauchbar. Webseiten konnten nicht mehr aufgerufen werden, weil der Verbindungsaufbau zu lange dauerte, und Messaging-Dienste waren trotz geringer Bandbreitennutzung sehr langsam. Ein Internetgeschwindigkeitstest konnte gar nicht erst angestoßen werden, da Tools wie „Speedtest von Ookla“ keine Verbindung zu Servern der Internet-Anbieter herstellen konnten. Nach 15 Uhr waren Internetverbindungen aber wieder problemlos möglich.
Das war zu erwarten, denn 4G- und 5G-Mobilfunknetze wurden wie angekündigt auf 1 Prozent der üblichen Kapazität gedrosselt. Festnetzanschlüsse waren davon aber nicht betroffen, sodass heimische und Firmennetzwerke sowie öffentliches WLAN weiter genutzt werden konnten. Auch konnten die Bewohner in dieser Zeit Mobilfunkanrufe und SMS verwenden.
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Daneben hat Taiwan auch einige militärische und Bevölkerungsschutzübungen durchgeführt. So wurden laut Taipei Times auf Straßen, Brücken und vor Tunneln Blockaden aufgebaut, um einen möglichen Einmarsch zuvor gelandeter feindlicher Truppen in die Hauptstadt zu verhindern. Zudem hat ein Krankenhaus eine provisorische Krankenstation in einem unterirdischen Parkhaus errichtet, einschließlich Lagerbereichen für den Kriegsfall, eine Blutspende-Station, ein Bereich für Notfall-Dialyse und eine Intensivstation, schreibt Focus Taiwan.
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