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X macht Algorithmen für die Timeline Open Source – und verspricht Transparenz
Darüber, wie bei X entschieden wird, welche Beiträge in den algorithmischen Timelines landen, wurde viel spekuliert. Nun soll man das selbst prüfen können.
Der Kurznachrichtendienst X hat nach eigenen Angaben den Quellcode veröffentlicht, der entscheidet, nach welchen Kriterien Beiträge im algorithmischen „Für Dich“-Feed angezeigt werden. Damit und mit weiteren Werkzeugen soll man künftig selbst einsehen können, wie Inhalte herausgefiltert werden und ob eigene in irgendeiner Art benachteiligt werden.
„Ich glaube die Leute werden ziemlich schockiert sein, dass wir so etwas veröffentlichen“, erklärt der bei X für das Produkt verantwortliche Keith Coleman gegenüber TechCrunch. Den Code selbst gibt es auf GitHub, ein Tool namens „Under the Hood“ („Unter der Haube“) zur Einsicht in zusammengefasste Statistiken wird demnach noch getestet.
Mit dem als Open Source verfügbar gemachten Code und dem Werkzeug sollen Nutzende selbst ermitteln können, ob die Reichweite ihrer Beiträge auf der Plattform begrenzt wird, ob das System fair ist und warum sie bestimmte Inhalte zu sehen bekommen. Zum einen könnten sie damit erfahren, nach welchen Kriterien den Beiträgen bestimmte Markierungen zugeordnet werden, die darüber entscheiden, in welchen und wie vielen algorithmischen Feeds sie angezeigt werden. Wer im vergangenen Monat mehr als 10 Mal etwas auf X geteilt hat, soll dann zum anderen in „Under the Hood“ erfahren können, welche dieser Labels ihre eigenen Beiträge erhalten haben.
Der Kurznachrichtendienst, der 2022 von Elon Musk gekauft und danach von Twitter in X umbenannt wurde, bezeichnet den Schritt als neuen Standard bei der Transparenz. Man wolle der Industrie damit vorangehen und fordere andere zum Nachmachen auf. Damit bezieht man sich aber vor allem auf die großen Plattformen: X selbst hat mehrere Konkurrenten, die beim Code auf deutlich mehr Transparenz setzen und deren Quellcode öffentlich einsehbar ist. Mastodon und Bluesky haben aber eine deutlich kleinere Nutzerbasis. Gegenüber TechCrunch hofft Coleman jetzt noch darauf, dass Interessierte Verbesserungen für den Code bei GitHub einreichen und damit aktiv an der Weiterentwicklung von X mitarbeiten.
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