// TAGESSCHAU WIRTSCHAFT — FINANZA
Marktbericht: DAX tastet sich an Allzeithoch heran
Der DAX startet mit einem soliden Plus in den Handel, jetzt hoffen die Anleger auf ein Rekordhoch zum Wochenschluss. Nachlassende Sorgen über die Lage an der Straße von Hormus stützen, weitere Impulse sind aber nicht in Sicht.
Der DAX legt im frühen Handel um 0,7 Prozent auf 26.488 Punkte zu. Gestern war der deutsche Leitindex kaum verändert bei 26.299 Punkten aus dem Handel gegangen. Am Mittwoch hatte der DAX ein Allzeithoch bei 26.573 Punkten erreicht.
Wie hoch kann es jetzt noch gehen? "Die Anleger sehen sich durch die Ergebnisse der Berichtssaison und die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber hohen Energiepreisen in ihrer optimistischen Haltung bestärkt", sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Dennoch ist über 26.500 Punkten im DAX kurzfristig der Deckel drauf." Der Markt warte auf neue Impulse.
Es falle ins Auge, dass das Aktienbarometer in den letzten Handelstagen immer wieder die Marke von 26.500 Punkten angelaufen habe, ohne die Hürde nachhaltig zu überwinden, kommentieren die charttechnisch argumentierenden Experten von HSBC. "Auf diesem Niveau hat sich also eine wichtige Barriere etabliert. Positiv ausgedrückt: Der Sprung über diese Hürde würde für ein prozyklisches Kaufsignal sorgen."
Die Chance auf einen weiteren Rekord noch am Freitag bleibt also. Positiv ist beispielsweise zu verbuchen, dass sich die geopolitische Lage zumindest nicht verschlechtert: "Die Aktienmärkte verzeihen die ausbleibenden Fortschritte in der Straße von Hormus weiterhin", schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. "Der Glaube an eine schnelle Lösung und eine schnelle Öffnung der Straße von Hormus ist weiterhin da. An den Börsen wird die Zukunft gehandelt. Und die wird aktuell deutlich positiver gemalt als die Gegenwart."
Auf Kaufsignale von der hiesigen Berichtssaison müssen die Anleger jedoch verzichten. Sie geht derzeit dem Ende zu, deshalb zieht die Beratungsgesellschaft EY eine Bilanz der Quartalsberichte der 40 DAX-Konzerne. Deutschlands größte Börsenkonzerne haben im zweiten Quartal insgesamt Rekordgeschäfte gemacht, sie steigerten ihren Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) zum Vorjahreszeitraum um fast 16 Prozent auf zusammen 52,6 Milliarden Euro.
Das sei so viel wie noch nie in einem zweiten Quartal und zehn Prozent mehr als der bisherige Höchstwert von 2024, trotz Iran-Kriegs und Zollstreits mit den USA. Doch nicht alle Branchen waren erfolgreich. Die Autokonzerne verbuchten einen Umsatzrückgang um 1,2 Prozent. Der operative Gewinn brach um 12 Prozent ein.
Aber: "Wer nur auf die Rekordsummen schaut, könnte meinen, die Krise sei überstanden - aber das Gegenteil ist der Fall", sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY. "Zum einen bleibt die Nachfrage am Heimatstandort Deutschland schwach, das Gewinn- und Umsatzwachstum findet in erster Linie im Ausland statt." Zum anderen sei die Lage in Teilen der Industrie fragil.
Während die Bilanzsaison einen Blick in die Vergangenheit bietet, interessieren sich die Anleger aber vor allem für die Zukunft. Deshalb sind die aktuellen Großhandelspreise einen Blick wert. Sie werden als Indikator für die Verbraucherpreise gelesen. Steigen sie an, ist damit zu rechnen, dass auch die Preise für die Verbraucher steigen.
Hintergrund
14.08.2026