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Thundermail: Erster Blick auf den neuen E-Mail-Dienst
von Carsten Knobloch
15. Aug. 2026 |
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Das Entwicklerteam hinter dem bekannten E-Mail-Client Thunderbird testet derzeit mit Thundermail einen neuen, kostenpflichtigen Online-Dienst. Für 6 Euro pro Monat bei jährlicher Zahlungsweise (early bird) bündelt das Paket ein E-Mail-Postfach mit 30 GB Speicherplatz, 15 E-Mail-Aliase, Unterstützung für drei eigene Domains sowie die Zusatzdienste Thunderbird Appointment zur Terminbuchung und Thunderbird Send mit 60 GB Speicherplatz für verschlüsselte Dateitransfers.
In der Praxis hinterlässt der Dienst im aktuellen Vorschau-Stadium allerdings ein gemischtes Bild. Positive Aspekte zeigen sich bei der Ersteinrichtung im Thunderbird-Desktop-Client: Nach dem Login lassen sich E-Mail-Konto, Kalender und Kontakte mit wenigen Klicks automatisch einbinden. Auch die Erstellung einer Catch-All-Adresse für eigene Domains funktioniert problemlos.
Das funktioniert grundsätzlich wie erwartet, letzten Endes bekommt man den bekannten Client geboten und man bindet „nur“ ein neues Konto ein, welches abgerufen und normal wie jedes andere genutzt werden kann. Mittlerweile gibt es sogar einen Webmail-Client (siehe meine Bilder), der den Thunderbird-Nutzern natürlich sehr vertraut vorkommen dürfte.
Die Entwickler schreiben aber derzeit noch, dass es sich um eine Alpha des Dienstes handelt. Das merkt man auch, denn viele Funktionen und auch die Lokalisierung fehlen mir einfach noch. So kann ich zurzeit einfach nicht wirklich etwas aus der Mailansicht erledigen, Filter erstellen, Zurückstellen und so fehlen noch.
Was noch? Die Begrenzung auf 15 Aliase wirkt bei eigenen Domains künstlich beschränkt. Zudem zeigt sich die Administrationsoberfläche an vielen Stellen unfertig. Auch die Anbindung von Thunderbird Send funktionierte im Test über den Client noch nicht. Die Terminbuchung über Appointment bringt vor allem für Freiberufler einen Nutzen, dürfte für Gelegenheitsnutzer jedoch zweitrangig sein.
Im Vergleich zu gängigen Mail-Providern sieht das Preis-Leistungs-Verhältnis derzeit noch etwas mager aus. Wer das Geld für Thundermail ausgibt, zahlt aktuell natürlich auch für die Unterstützung des hinter dem Projekt stehenden Open-Source-Teams. Das Gerüst sieht aber gut aus und ich wünsche, dass die Entwicklung da gut voranschreitet – und wer das Blog seit Anbeginn kennt, der weiß, dass das nicht einfach dahergesagt ist.
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