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Warren Spector: Nach 44 Jahren verabschiedet sich der legendäre Deus-Ex-Schöpfer in den Ruhestand
Der Pionier der Immersive Sims zieht sich aus der Branche zurück. In einem emotionalen Statement blickt er auf seine massiven Erfolge und Meilensteine zurück.
Warren Spector geht in den Ruhestand. Der legendäre Spieleentwickler war maßgeblich an der Entstehung der Deus Ex-Reihe beteiligt. Auch bei Klassikern wie Epic Mickey, Ultima und System Shock spielte er eine entscheidende Rolle.
In einem ausführlichen Statement auf LinkedIn stellte Spector klar, er sei sich "ziemlich sicher", dass dies das Ende seiner Karriere bedeutet. Ihr könnt seine komplette Erklärung nachfolgend lesen.
"Ich hatte eine großartige Karriere. Ich würde rein gar nichts ändern, selbst wenn ich es könnte. Aber die Gründe für meinen Rückzug sind simpel: In einem Monat feiere ich mein 44-jähriges Jubiläum als Entwickler. Ich durfte an Tabletop-Rollenspielen und Brettspielen mitwirken. Ich habe an mehr digitalen Spielen gearbeitet, als ich überhaupt noch zählen kann – 17 vollwertige Spiele, glaube ich, und um die 9 Add-ons. Es erfüllt mich mit großer Freude, dass einige dieser Titel selbst 15, 20 oder 30 Jahre später noch immer gespielt werden. Die meisten davon gehören einem Genre an, das einen Einfluss ausübte, den weder ich noch irgendjemand sonst jemals erwartet hätte. Ich habe kleine Teams mit einem Dutzend Leuten geleitet, aber auch gigantische Truppen mit bis zu 800 Mitarbeitern. Ich habe für große Konzerne gearbeitet und Start-ups gegründet. Ich glaube gerne, dass ich einigen unfassbar talentierten Menschen auf ihrem Karriereweg helfen konnte. (Und Letzteres ist das Allerwichtigste.)"
Deus Ex (2000) gilt bis heute als einer der wichtigsten Meilensteine der Videospielgeschichte. Das Cyberpunk-Rollenspiel kombinierte Shooter-, Stealth- und RPG-Elemente auf revolutionäre Weise und erlaubte es Spielern, komplexe Missionen durch völlig unterschiedliche Herangehensweisen zu lösen.
"Mit all diesen Erfahrungen im Rücken – und da Alter und Gesundheit (mein Privatvergnügen) mich langsam einholen – habe ich das Gefühl, mein Ziel erreicht zu haben. Es wird Zeit, ein paar Bücher zu schreiben, viel zu lesen, Vorlesungen zu halten und vielleicht ein wenig als Berater tätig zu sein. (Meldet euch gerne bei mir, wenn es um die letzten beiden Punkte geht.) Außerdem wartet hier ein Keyboard nur darauf, dass ich meine Klavierkünste wieder auf Vordermann bringe."
"Ich betrachte das Ganze definitiv mit gemischten Gefühlen. Es gibt nämlich noch drei ganz bestimmte Spiele, die ich eigentlich gerne noch entwickeln würde. (Eines ist riesig ... eines ist winzig ... und bei einem habe ich keine Ahnung, wie ich es überhaupt umsetzen soll, was mir echt Respekt einflößt.) Aber die Spieleindustrie hat sich verändert. Sie macht mir einfach nicht mehr so viel Spaß wie früher. Außerdem rückt eine neue Generation von Entwicklern nach, und die haben sich ihr Rampenlicht nun absolut verdient."
"An alle, die das hier lesen: Vergesst nicht, dass Spiele noch längst nicht fertig entwickelt sind. Da draußen warten hoffentlich noch unzählige Experimente und Innovationen auf uns. Und an all die jungen Entwickler da draußen – ich habe es schon einmal gesagt und ich sage es wieder: Euer Job ist es, dafür zu sorgen, dass die Leute völlig vergessen, dass Typen wie ich jemals existiert haben."
"Ob ich jemals zurückkehre? Sag niemals nie. Aber ich denke, es ist an der Zeit, mich in den Sonnenuntergang zu verabschieden. Und jetzt hört auf zu lesen und macht großartige Spiele."
Warren Spector gilt als einer der Gründerväter der Immersive Sims. Dieses Genre rückt eure Entscheidungsfreiheit in den Mittelpunkt. Es verknüpft Gameplay-Systeme so miteinander, dass sie dynamisch auf eure Aktionen reagieren. Ultima VI: The False Prophet und Ultima Underworld: The Stygian Abyss gelten gemeinhin als die Geburtsstunde der Immersive Sims, und Spector werkelte an beiden Titeln mit. Erst Deus Ex katapultierte das Genre im Jahr 2000 dann aber so richtig in den Mainstream. Und auch hier zog Spector als einer de