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Apple und die EU-Kommission einigen sich: Neue App-Store-Regeln ab 1. Oktober
Überraschende Einigung zwischen zwei erbitterten Konfliktparteien: Apple und die EU-Kommission wollen den Streit um den App Store beenden.
Diese Botschaft am Nachmittag des 18. August 2026 kam überraschend: Apple und die EU-Kommission haben sich gemeinsam auf neue App-Store-Bedingungen in der EU geeinigt. Herausgekommen sind ein neues einheitliches Gebührenmodell für App-Entwickler, erhöhte Kinderschutzmaßnahmen und eine breitere Öffnung für Anbieter alternativer App-Marktplätze. Vor allem aber hofft Apple, damit das Kapitel eines langjährigen Konflikts mit der EU-Kommission schließen zu können. Die neuen App-Store-Bedingungen sollen zum 1. Oktober 2026 in Kraft treten. Die EU-Kommission hat sich bislang noch nicht geäußert.
Kaum ein Tech-Konzern hat sich in den vergangenen Jahren so gegen die Vorgaben des Gesetzes für digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) gesträubt wie Apple. Der iPhone-Hersteller fürchtete eine massive Verschlechterung der Sicherheit auf iPhones und iPads und damit Nachteile für seine Kunden. Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Cupertino reagierte mit einem komplexen neuen Regelwerk mit unterschiedlichen Gebührensätzen und Bedingungen. App-Entwickler mussten sich unter anderem entscheiden, ob sie weiterhin bei Apples globalen Geschäftsbedingungen verbleiben und nur im App Store veröffentlichen dürfen – oder ob sie auf neue EU-Bedingungen wechseln und dann auch alternative Marktplätze bestücken dürfen.
Kritiker Apples sahen in dieser Vorgehensweise keinen Beitrag zur Sicherheit, sondern schlichtweg den Versuch, den von der EU angestrebten Wettbewerb zu verhindern. Und tatsächlich blieb eine Blütephase alternativer App-Marktplätze aus. Ob es an Apple lag oder die EU schlichtweg ein nicht vorhandenes Bedürfnis befriedigen wollte, ist umstritten. Doch in Brüssel sah man rot und stellte im Juni 2024 eine Verletzung der DMA-Regeln fest.
Was die überraschende Trendwende ausgelöst hat, verrät Apple nicht. Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass der scheidende Apple-Chef Tim Cook persönlich mit der EU-Kommission sprach. Die Verhandlungen, die zum jetzigen Ergebnis führten, gingen allerdings über ein Jahr und sie waren intensiv: Nahezu wöchentlich habe man sich getroffen, ist zu hören. Dies markiert eine deutliche Trendwende, denn noch vor anderthalb Jahren klagte Apple darüber, dass man in Brüssel keine Ansprechpartner habe und die Kommission erratisch agiere.
Ab dem 1. Oktober 2026 wird die Situation in der EU nun für Entwickler wieder deutlich einfacher. Es gibt dann nur noch eine Ausfertigung der Geschäftsbedingungen, die sowohl Veröffentlichungen im App Store Apples als auch in alternativen Marktplätzen abdecken. Also kein Entweder-oder mehr – und das reicht bis hin zu In-App-Käufen, die künftig auch in Apps angeboten werden können, die in alternativen Marktplätzen veröffentlicht werden können.
Mit den Änderungen geht auch eine neue Gebührenstruktur einher. Die bisherige EU-spezifische Kerntechnologiegebühr (Core Technology Fee, CTF) entfällt zugunsten einer neuen „Core Technology Commission“ von pauschal 5 Prozent auf digitale Transaktionen außerhalb des App Stores. Apple bekommt damit seine Kosten für das Bereitstellen der technischen Infrastruktur und der Plattform bezahlt.
Der App-Vertrieb über den App Store mit Apple-In-App-Kauf kommt künftig mit einer Umsatzabgabe von 26 Prozent (Standard) daher bzw. 15 Prozent für Programme wie das „Small Business Program“ für App-Entwickler mit geringem Jahresumsatz. Die alternative Zahlungsabwicklung innerhalb der App schlägt mit 20 Prozent (Standard) oder 10 Prozent für begünstigte Entwicklerprogramme zu Buche. Für Apps im App Store, die für den Abschluss von Käufen aus der App heraus verlinken, beträgt die Provision 15 Prozent bzw. 10 Prozent in den Programmen.
Wer sich für eine Zahlungsoptions-Kombination entscheidet, muss diese laut Apple mindestens 12 Monate beibehalten. Für viele Entwickler dürfte das Bereitstellen von Apps günstiger werden – sie