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Zotero 10: Neue Suche, Reading Mode für PDFs und besseres Read Aloud
von Carsten Knobloch
19. Aug. 2026 |
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Die Software Zotero begleite ich ja schon seit längerer Zeit, recht nischig, aber mächtig (falls unbekannt: zur Literaturverwaltung und Organisation (wissenschaftlicher) Quellen). Version 10 ist jetzt jedenfalls da und bringt gleich mehrere Neuerungen mit. Der größte Brocken ist die überarbeitete Suche.
Die Advanced Search sitzt jetzt hinter einem Filter-Button in der Quick-Search-Leiste und öffnet sich direkt über der Trefferliste im Hauptfenster. Ihr könnt damit jede Ansicht filtern, auch Sammlungen oder gespeicherte Suchen.
Neu sind verschachtelte Bedingungsgruppen und die automatische Zuordnung von Bedingungen über die Hierarchie-Ebenen hinweg. Ihr sucht da quasi nach Einträgen auf oberster Ebene mit einem bestimmten Autor UND einer Annotation, die entweder gelb oder rot ist. Vorher musste man dafür mehrere gespeicherte Suchen aneinanderreihen. Ihr legt einfach fest, auf welcher Ebene das Ergebnis liegen soll, den Rest sortiert Zotero.
Dazu kommen neue Bedingungen wie Annotation Color oder Anzahl der Notizen sowie die Operatoren „is empty“ und „is not empty“. Und weil das Suchfeld beim Wechsel zwischen Sammlungen bestehen bleibt, ist damit auch der lang gewünschte Wunsch nach angepinnten Suchen erledigt. Lohnt sich sicherlich für exzessive Nutzer, nicht die, die das gesamte Potential der Software nicht ausschöpfen (wollen). Aber schön, dass so etwas nun dabei ist.
Neu ist auch die Mehrfachauswahl in der Sammlungsleiste. Zwei Sammlungen markieren, alle Einträge aus beiden sehen, fertig. Das funktioniert sogar bibliotheksübergreifend, die Liste gruppiert dann nach Bibliothek mit klebender Kopfzeile. Cmd/Ctrl-A erweitert die Auswahl automatisch auf alle Geschwister-Ebenen.
Dazu gibt es endlich Undo und Redo per Cmd/Ctrl-Z für viele Aktionen, etwa versehentlich überschriebene Felder oder verschobene Sammlungen. Noch nicht alles ist abgedeckt, das Löschen einer Annotation aus der Trefferliste zum Beispiel nicht. Passend dazu: Batch-Editing. Mehrere Einträge markieren, im Item-Pane auf „Edit Multiple Items…“ klicken und Änderungen auf alle anwenden. Felder mit unterschiedlichen Inhalten zeigen „Multiple“. Creators und Tags lassen sich damit vorerst noch nicht gemeinsam bearbeiten.
Read Aloud überspringt jetzt Zitate im Text, Kopf- und Fußzeilen sowie Tabellen, Abbildungen und Formeln, statt jede Tabellenzelle und Achsenbeschriftung vorzulesen. Absätze werden auch über Spalten- und Seitenwechsel hinweg durchgelesen, und bei großen Dokumenten startet die Ausgabe schneller. Standardmäßig wird nun satzweise markiert, dazu gibt es Buttons zum Springen um einen Satz vor oder zurück. Wort- oder absatzweise Markierung lässt sich in den Einstellungen umstellen, Wortmarkierung gibt es allerdings nur bei manchen Stimmen.
Tjoa, was noch? Der neue Reading Mode für PDFs zeigt Dokumente als umfließende Textansicht mit einstellbarer Schrift, Größe und Zeilenabstand, ohne Kopf- und Fußzeilen und ohne mehrspaltiges Layout. Bereiche, die sich nicht als Text darstellen lassen, also Bilder, Tabellen oder Diagramme, werden angeblich so gerendert wie im Original – müsst ihr mal schauen, ob das für euch passt. Anders als bei vielen anderen Apps bleibt der Modus nicht schreibgeschützt: Textstellen markieren, unterstreichen und Notizen anlegen geht direkt hier, und die Annotationen tauchen auch in der normalen PDF-Ansicht auf. Text-, Bild- und Freihand-Annotationen bleiben vorerst der PDF-Ansicht vorbehalten. Die Leseposition wird beim Umschalten übernommen. Ansonsten ist viel „Kleinklein“ im Changelog, da sollten sich Interessierte bei Bedarf mal selbst durchackern.
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