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Führt KI zum Staat ohne Bürger?
(C) unter Verwendung eines Motivs von Andrei Suslov / 123RF.com
In einem OpenAI-Blogbeitrag malt dessen Autor Dean Ball ein düsteres Zukunftsszenario, in dem der arbeitende Mensch und Steuerzahler überflüssig geworden ist, weil die KI alles erledigt. Entsprechend hat er bei der Gestaltung der Zukunft auch keine Stimme mehr.
In der gesamten Menschheitsgeschichte habe die Ausübung von Macht im Kern auf der groß angelegten Zusammenarbeit und Zustimmung vieler Menschen beruht. Das sei aber womöglich bald nicht mehr der Fall. “Praktische Fortschritte bei autonomen Systemen könnten bald dazu führen, dass Staaten – sowohl im Inland als auch international – Macht ausüben können, ohne auf kooperierende Soldaten oder Polizeibeamte angewiesen zu sein. Und Fortschritte in der künstlichen Intelligenz könnten bedeuten, dass der Staat die benötigten Einnahmen nicht mehr aus den Erträgen individueller menschlicher Arbeit, sondern aus den Ergebnissen von Rechenzentren bezieht. Auch der Betrieb der Bürokratie selbst könnte weitgehend automatisiert werden. Macht erfordert daher möglicherweise keine gesamtgesellschaftliche Vereinbarung mehr, um aufrechterhalten zu werden, und die Bevölkerung im weiteren Sinne hat möglicherweise nur noch einen kleinen Platz am Verhandlungstisch – oder vielleicht gar keinen mehr.”
Um dem vorzubeugen, fordert der Blog, keine übermäßige Konzentration von Macht bei einzelnen Personen, Unternehmen oder Staaten zuzulassen. Wo immer möglich, solle das Recht darauf abzielen, Chancengleichheit zu schaffen und Einzelpersonen sowie kleine Organisationen zu stärken, anstatt Macht zu zentralisieren. Auch solle man Gefahren im Auge haben, die nicht von Menschen ausgehen. Der jüngste Einbruch eines KI-Agenten bei Hugging Face habe gezeigt, dass solche Agenten von der ihnen zugewiesenen Aufgabe abweichen könnten und dann Dinge tun, die niemand vorhergesehen oder autorisiert hat. Menschen sollten sich bei der Nutzung von KI und damit verbundenen Technologien ihre individuelle Autonomie und ihre Handlungsmöglichkeiten bewahren, selbst wenn dies bisweilen zulasten der Sicherheit und des Wirtschaftswachstums geht.
Der Blog schließt pathetisch mit den Worten: “Letztendlich wissen wir, dass kein einzelnes Unternehmen, keine einzelne Branche und nicht einmal eine einzelne menschliche Gesellschaft die gewichtigen Fragen, vor denen wir stehen, allein beantworten kann. Unsere Aufgabe ist eine, die die Menschheit gemeinsam angehen muss. Unsere größte Hoffnung ist es, Licht in die schwierigsten Themen rund um die Frage zu bringen, wie KI unsere Welt neu gestalten wird. Unsere Arbeit hat gerade erst begonnen, und wir haben noch einen langen Weg vor uns.”
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