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Wie die Urlaubserholung zurück im Job möglichst lange anhält
Der Urlaub ist um, die Erholung weicht dem Alltagsstress. Doch muss das sein? Wie lässt sich das Urlaubsgefühl in den Alltag hinüberretten - zumindest eine Zeit lang?
Fade-out-Effekt nennen Psychologen das Phänomen, das die Erholung aus dem Urlaub verpuffen lässt. Zurück am Arbeitsplatz und im Alltagsstress vergeht die Gelassenheit - und das alte Gefühl von Stress kommt nach und nach zurück. Noch vor wenigen Jahren dachte man, dass ein Urlaub kaum etwas für das Wohlbefinden bringt. Der Effekt sei schon im Urlaub selbst gering und nach wenigen Tagen alles wieder beim Alten.
Doch so abrupt schwindet die Erholung dann doch nicht. Neue Forschungen zeigen: Urlaub lässt das seelische Wohlbefinden erheblich steigen. Das sinkt zwar in den ersten Tagen danach wieder ab, bleibt aber insgesamt noch einige Wochen höher als vorher. Urlaub wirkt so etwa einen Monat nachhaltig positiv auf die Psyche - zumindest, wenn er lang genug ist.
Laut Gesetz muss der Arbeitgeber einen Urlaub von zwei Wochen am Stück gewähren - aus psychologischer Sicht genau richtig, meint Gesundheitspsychologin Sonia Lippke: "Da steckt auch wirklich Evidenz hinter, dass man diese zwei Wochen braucht, um richtig runterzufahren und dann mit neuer Energie wieder zu starten. Dann kann man diese Energie auch bis zu einem Monat lang behalten."
Dass Urlaub wichtig ist, sehen die meisten Deutschen wohl ähnlich, denn trotz steigender Preise erreichte die Zahl der Urlaubsreisen 2025 einen Rekord. Das zeigt eine Tourismusanalyse der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen. Fast zwei Drittel der Deutschen verreisten im vergangenen Jahr mindestens einmal für mindestens fünf Tage. Und 44 Prozent waren auch häufiger unterwegs.
Auch wenn der Urlaub längst nicht mehr so günstig ist, wie er es noch vor wenigen Jahren war: Offenbar sparen die Deutschen wenn möglich eher an anderer Stelle. Für den Urlaub zumindest griffen viele deutlich tiefer in die Tasche: Etwa 500 Euro mehr als vor zehn Jahren gaben Deutsche für ihren Haupturlaub aus - durchschnittlich 1.636 Euro pro Person.
Besonders gerne buchten Deutsche Reisen nach Spanien, Italien und in die Türkei. Doch auch der Urlaub innerhalb Deutschlands wird immer beliebter. Jeder Dritte verreiste laut der Tourismusanalyse 2025 im Inland. Eine neue Auswertung des Statistischen Bundesamtes bestätigt: Noch nie wurden in der ersten Jahreshälfte so viele Übernachtungen in Deutschland gebucht wie 2026 - rund 80 Prozent von Deutschen selbst.
Inlandsgäste bringen den Tourimus zu Rekordübernachtungen - der Trend zum Urlaub vor der Haustür hält an.
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Dabei sei das Reiseziel für die Erholung gar nicht so wichtig, meint Sonia Lippke: "Es kommt eher darauf an, wie gut man vom Alltag abschaltet und auf neue Gedanken und zu neuen Kräften kommt." Oft sei das leichter, wenn man aus den eigenen vier Wänden rauskomme - das könne aber auch der Baggersee nebenan sein.
Ein richtiges Patentrezept, um alles aus dem Urlaub rauszuholen, gibt es laut der Gesundheitspsychologin nicht. "Das einzig Verlässliche, was die Forschung dazu sagen kann, ist: Es muss individuell passen." Am besten sei wohl eine Mischung aus Freizeit-, Sozial- und Bewegungsaktivitäten, aber welcher Ort und welche Aktivitäten genau, das komme auf die einzelne Person an.