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Chrome Web Store: Über 700 gefälschte VPN-Erweiterungen leiteten Datenverkehr um
von Carsten Knobloch
24. Aug. 2026 |
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Sicherheitsforscher von Socket haben eine groß angelegte Kampagne im Chrome Web Store aufgedeckt. Insgesamt 737 gefälschte VPN- und Proxy-Erweiterungen wurden identifiziert, die zusammen auf über 75.000 Installationen kamen. Ziel der Kampagne war es vor allem, den gesamten Browser-Datenverkehr der Nutzer über eine gemeinsam genutzte SOCKS5-Proxy-Infrastruktur auf Port 1082 umzuleiten.
Besonders perfide: Mindestens 274 dieser Erweiterungen gaben sich als bekannte Datenschutz- und VPN-Marken aus, darunter Proton VPN, NordVPN, Surfshark, ExpressVPN und Cloudflares 1.1.1.1. Nutzer wähnten sich also in Sicherheit, während im Hintergrund fremde Server den Traffic abgriffen. Geworben wurde zudem mit angeblichen Premium-Servern an Standorten wie Japan, Singapur oder Kanada, die technisch gar nicht existierten. Die Kampagne zielte primär auf russischsprachige Nutzer ab, die Websperren umgehen wollten.
Um die Sicherheitsprüfungen im Store auszutricksen, passten die Hintermänner bei etlichen Erweiterungen den schädlichen Code erst nach der eigentlichen Freigabe an und nutzten identische Erklärungen zur Datenvermeidung. Zum Zeitpunkt der Analyse waren 516 dieser Erweiterungen noch aktiv im Web Store zu finden, 221 waren bereits gelöscht.
Gilt immer: Wer eine verdächtige oder nicht zweifelsfrei vom Originalanbieter stammende VPN-Erweiterung im Einsatz hat, sollte diese umgehend entfernen und die Proxy-Einstellungen im Browser kontrollieren. Da unverschlüsselter HTTP-Datenverkehr während der Nutzung potenziell von Dritten mitgelesen werden konnte, rät der Bericht betroffenen Nutzern zudem zum Ändern genutzter Passwörter. Grundsätzlich empfiehlt es sich, solche Erweiterungen direkt über die offiziellen Herstellerseiten anzusteuern, statt sich im Web Store allein auf Logos oder bekannte Namen zu verlassen.
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