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Ring: Neue Verschlüsselung kombiniert E2EE und KI-Analyse
Eine Verschlüsselung ohne externen Zugriff und smarte Funktionen zur Videoanalyse per Cloud sind nicht so leicht zu kombinieren. Ring ändert nun das Verschlüsselungsmodell, um den Dienst sicherer zu machen, ohne die Funktionen reduzieren zu müssen.
Mit der neuen Funktion setze man einen „neuen Branchenstandard für Verschlüsselung im Bereich Haussicherheit“, so das Unternehmen. Ring setzt fortan weltweit auf eine Verschlüsselung mit anschließender Schlüsselvernichtung, TAKE. Nutzer erhalten dabei die volle Kontrolle und den Hauptschlüssel über ihre Aufnahmen, ohne auf die intelligenten Funktionen wie die automatische Erkennung von Personen, Paketen oder Tieren verzichten zu müssen. Im Gegenteil, Ring erweitert gleichzeitig die App auch hierzulande um KI-gestützte Funktionen wie Video Descriptions und Single Event Alerts – und aktualisiert die Abo-Struktur.
Ring-Videos sind mit der neuen Methode bereits während der Übertragung und im Ruhezustand verschlüsselt. TAKE fügt einzigartige, rotierende Verschlüsselungsschlüssel hinzu. Für intelligente Funktionen wie die Smart Alerts erhält Ring über eine Cloud-Enklave, also einen abgesicherten, isolierten Bereich in der Cloud, kurzzeitig Zugriff auf den Schlüssel.
Unmittelbar nach der Verarbeitung des Videos für die Analyse vernichtet und löscht Ring diesen Schlüssel jedoch dauerhaft. Ab diesem Moment halten nur noch die Kontoinhaber und autorisierte gemeinsame Nutzer die Schlüssel auf ihren eigenen Geräten. Ring selbst kann auf die Videos dann nicht mehr inhaltlich zugreifen, diese analysieren oder wiedergeben. Auf diese Weise verbindet TAKE die Datenschutzprinzipien der E2EE (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung) mit dem Funktionsumfang von Ring.
Bereits seit 2021 hat Ring im Bereich Smart Home Video-E2EE angeboten – und diese Option bleibt weiterhin uneingeschränkt verfügbar. Bei aktivierter E2EE haben ausschließlich autorisierte Geräte Zugriff auf die Schlüssel. Da der Zugang konstruktionsbedingt strikt limitiert ist, stehen gemeinsame Nutzung und cloudbasierte Funktionen in diesem Modus aber eben nicht zur Verfügung. Kernfunktionen wie Live View, Wiedergabe und Video-Teilen funktionieren hingegen weiterhin.
Mit dieser Aktualisierung erhalten aber gerade all jene Ring-Kunden, die auf die smarten Funktionen nicht verzichten möchten und bisher keine strikte E2EE nutzen konnten, eine stärkere Standardverschlüsselung. Die Sicherheits- und Verschlüsselungseinstellungen können dabei jederzeit auch pro Gerät in der Ring-App angepasst werden.
Die Einführung von TAKE beginnt ab heute und wird allen Nutzern schrittweise zugänglich gemacht.
Parallel zur Einführung von TAKE werden neue KI-gestützte Funktionen in der Ring-App eingeführt. „Video Descriptions“ generiert kurze Textbeschreibungen von Bewegungsaktivitäten direkt in Benachrichtigungen. So erhalten Nutzer schon bei der Benachrichtigung eine Information darüber, was für ein Ereignis erkannt wurde, ohne die Ring-App öffnen zu müssen. Die Modelle sind laut Unternehmen darauf trainiert, sich auf Wesentliches zu konzentrieren und Hintergrundrauschen herauszufiltern. „Single Event Alert“ fasst hingegen aufeinanderfolgende Bewegungsmeldungen desselben Ereignisses in einer einzigen Benachrichtigung zusammen. Das System soll zusammenhängende Aktionen erkennen und eine Flut verknüpfter Meldungen verhindern.
Beide neuen Funktionen werden ab heute nach und nach allen Kunden zur Verfügung gestellt. Allerdings stehen beide neuen Funktionen nur in einer neuen Zusatzoption für 4 Euro pro Kamera für das Abonnement zur Verfügung.
Denn Ring aktualisiert auch seine Abonnements und nimmt Funktionen als Zusatzoptionen heraus, sodass man sie granulärer erweitern kann. Bestehende Kunden mit 24/7-Aufzeichnung behalten den Zugang zu dieser Funktion, ohne sich erneut separat anmelden zu müssen. Eine Veränderung der Abopreise gibt es nicht.