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We Are So Cooked: „Ein Spiel aus Indien hat über eine halbe Million Wishlists“ - Deepak Gurijala im Interview
1312-Interactive-CEO Deepak Gurijala spricht auf der Gamescom über den enormen Steam-Erfolg des Indie-Titels und das riesige Gaming-Potenzial seines Landes.
Man kommt auf der Gamescom so an Ständen vorbei, wo man für eine Sekunde drüber nachdenkt und weitergeht, aber dieses Mal blieb ich kurz stehen und griff mir „We Are So Cooked“ vom indischen Entwickler „Dwarven Brothers“ aus Tenkasi. Vor Ort war Deepak Gurijala von 1312 Interactive, die das Publishing des Spiel übernehmen, den ich bat, mir ein wenig was über das Gamerleben in Indien zu erzählen:
Deepak Gurijala: Also, ich bin Deepak Gurijala. Ich bin der CEO und Mitgründer von 1312 Interactive. Das ist ein Indie-Publisher aus Indien für die ganze Welt. Außerdem bin im Verwaltungsrat der GDAI, der Game Developer Association of India.
Eurogamer.de: Wenn du mit jemandem sprichst, der absolut nichts über Gaming in Indien weiß, wo würdest du anfangen? Wie würdest du ihm erklären, was für ein Land Indien in Bezug auf Gaming, Gaming-Kultur und ähnliche Dinge ist?
Deepak Gurijala: Dafür muss ich etwas weiter ausholen. Wenn es um Mobile Gaming geht, sind wir bei den Spielerzahlen praktisch die Nummer zwei auf der Welt. Und was die Spieleentwicklung angeht, machen wir wirklich sehr, sehr gute Spiele. Wenn man sich all die AAA-Spiele ansieht – von den absolut größten Titeln –, dann werden deren komplette Dienstleistungen in Indien erbracht. Studios und Niederlassungen von Unternehmen wie Rockstar oder EA sitzen bei uns in Indien.
Was Indie-Spiele betrifft, werden jedes Jahr fast 300 bis 400 Spiele auf den Markt gebracht oder entwickelt. Es ist ein riesiger Markt. Im Vergleich zu Tier-1-Ländern wie den USA oder China sind wir bei PC- und Konsolenspielen zwar noch etwas weiter entfernt, aber wir holen auf. PlayStation hat das "India Hero Project" ins Leben gerufen, Xbox schaut sich den Markt über ID@Xbox und den Game Pass an, und Krafton vergibt Fördergelder. Man merkt also: Die Leute haben Indien gerade im Blick, weil sie das große Potenzial sehen – vom kleinsten Spiel bis hin zum absoluten AAA-Titel.
Wenn es allerdings darum geht, ein komplett eigenfinanziertes AAA-Spiel aus dem Boden zu stampfen, sind wir noch ein wenig davon entfernt. Das schaffen wir vielleicht in den nächsten vier, fünf Jahren. Aber bei AA-, III- und Indie-Spielen sind wir bereits voll da und machen wirklich hervorragende Fortschritte.
Eurogamer.de: Was wären gute Beispiele dafür? Du kannst gerne deine eigenen Spiele nennen.
Deepak Gurijala: Im Indie-Bereich haben wir zum Beispiel unser Spiel We Are So Cooked. Das Spiel steht bereits 600.000 Mal auf Wishlists. Stell dir vor, ein Spiel aus Indien hat über eine halbe Million Wishlists. Das ist ein sehr stolzer Moment für Indien. Und dann gibt es Spiele wie „Raji: An Ancient Epic“, „Mukti“ oder „Age of Bharath“, was technisch gesehen ein AAA-Spiel ist. Es kommen derzeit sehr viele Spiele aus Indien. Auch im Indie-Bereich haben wir so viele gute Titel, etwa „Fishbowl“, „Solsa bambrica“, „Palm sugar“, „Spaceman bif“. Dieses und nächstes Jahr kommen sehr gute Spiele aus Indien.
Eurogamer.de: Was würdest du sagen, ist das Einzigartige an der Gaming-Kultur und der Gaming-Community in Indien, das sich vielleicht von anderen Ländern und Regionen unterscheidet?