// GAMESTAR — GAMING
Jalapeño - OpenAIs erster hauseigener KI-Chip soll es in einer Disziplin nicht nur mit Nvidia aufnehmen – sondern sogar übertrumpfen
Vor fast genau zwei Monaten präsentierte OpenAI in Kooperation mit Broadcom seinen ersten eigenen KI-Prozessor. Der Jalapeño genannte Inferenz-Chip soll dabei insbesondere auf die Anforderungen großer Sprachmodelle zugeschnitten sein.
Konkrete Benchmarks reichte OpenAI nun zur Hot-Chips-Konferenz nach: Jalapeño soll dabei Nvidia mehr als nur die Stirn bieten – wobei solche Aussagen von Herstellern natürlich immer mit etwas Argwohn betrachtet gehören.
1:10:45
KI zerstört unsere Spiele nur, wenn wir es zulassen
Den nackten Zahlen des offiziellen OpenAI-Eintrags sowie der zugehörigen SemiAnalysis-Analyse nach zu urteilen, sollte sich aber Nvidia tatsächlich in Acht nehmen.
Der auf KI-Inferenz ausgelegte Chip schlägt sich im Vergleich zum (noch) aktuellen Blackwell GB300 von Nvidia nämlich mehr als nur passabel: Mit seiner TDP von 700 Watt erzielte demnach eine 1,5- bis 1,9-fache höhere Durchsatzleistung pro Kilowatt – gegenüber den mit 1.200 bzw. 1.400 Watt bestückten GB200 und GB300.
Dabei gab es zumindest keine offensichtliche Bevorzugung hauseigener Modelle: Getestet wurden sowohl GPT-OSS 120B, DeepSeek R1 670B als auch Kimi K2.5 – und in allen Metriken soll Jalapeño vorne liegen.
Allerdings sind diese Ergebnisse aus zweierlei Gründen – selbst von komplettem Wahrheitsgehalt ausgehend – kein Weltuntergang für Nvidia, AMD oder Google. Jalapeño versteht sich zunächst als reiner Inferenz-Chip; gemeint ist also die Phase, in der ein bereits fertig trainiertes Modell auf Nutzeranfragen antwortet.
An der Entwicklung des KI-Chips Jalapeño war – wie soll es anders sein – zumindest teilweise auch eine KI beteiligt.
Das macht den Vergleich allein dadurch schon etwas unfair, dass Nvidia GB300 nur auf das langsamere HBM3e setzt; Jalapeño und das kommende Vera Rubin indes auf HBM4. Entsprechend ist abzuwarten, wie weit die OpenAI sich tatsächlich gegen die Nvidia-Flaggschiffe durchsetzen kann – ein vielversprechender Start für OpenAI dürfte so aber allemal in Aussicht stehen.