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Bill Gates zu KI und KI-Regulierung
(C) unter Verwendung eines Motivs von Andrei Suslov / 123RF.com
In einem längeren Essay beschäftigt sich Bill Gates mit den Gefahren und Errungenschaften der KI und fordert ihre Regulierung.
Was die Gerechtigkeit angeht, schreibt Gates, werde KI entweder der größte Gleichmacher sein, der je erfunden wurde, oder die schlimmste Quelle von Ungerechtigkeit. Die Herausforderung sei monumental. Selbst unter den besten Umständen werde der Übergang in die KI-Ära eine der turbulentesten Zeiten in der Geschichte des Menschen sein. Wie werden wir diese Technologie nutzen, um die Welt gerechter zu gestalten und zu verhindern, dass sich die Kluft zwischen Arm und Reich weiter vergrößert? Wie werden wir die Menschen schützen, die am stärksten von den negativen Auswirkungen der künstlichen Intelligenz betroffen sind, darunter auch diejenigen, die ihre Existenzgrundlage verlieren? Die Beantwortung dieser Fragen sollte die höchste Priorität haben.
Unglücklicherweise geschehe das aber nicht. Es gebe keinen Plan, den Eintritt in das KI-Zeitalter zu erleichtern. Stattdessen würden die Auswirkungen unterschätzt. Einerseits, weil KI noch immer Fehler mache und man sich derzeit nur schwer vorstellen könnte, dass sie die menschliche Denkfähigkeit vollständig ersetzt. Aber das Zuverlässigkeitsproblem werde durch Modelle gelöst, die sich selbst verbessern können und bald werden die bei vielen Aufgaben besser als Menschen sein. Andererseits führe die Analogie zu früheren Innovationen in die Irre. Beim PC habe es 20 Jahre gedauert, bis er unsere Arbeitsweise signifikant verändert habe. An KI aber müssten wir uns nicht anpassen, stattdessen passe sie sich uns an, laufe auf bereits vorhandener Hardware und nutze natürliche Sprache.
Auf ein mögliches Vorurteil wolle er hinweisen: Seine Sicht auf KI, schreibt Gates weiter, sei nicht am Geldverdienen orientiert. Alle Gewinne aus seinen Investitionen, einschließlich derer im Technologiebereich, würden an die Gates-Stiftung gespendet, um globale Ungleichheit zu bekämpfen.
“Da sie sehen, hören, sprechen und logisch denken kann und irgendwann körperliche Arbeit genauso reibungslos verrichten wird wie jeder Mensch, wird KI nicht nur einen einzigen Sektor betreffen. KI wird Aufgaben in den Bereichen Recht, Kundenservice, Medizin, Software und Fertigung übernehmen. Sie wird diese Branchen rasch erfassen und zwar im Laufe eines Jahrzehnts, nicht erst in einigen Generationen. Es wird zwar einige neue Arbeitsplätze geben, doch ohne die richtigen politischen Rahmenbedingungen werden es weit weniger sein als heute.”
Auf ein paar Herausforderungen geht Gates dann noch einmal detaillierter ein: Viele Jobs würden für immer verschwinden, und das beträfe nicht nur Bürojobs, sondern, mit dem Aufkommen intelligenter Roboter, mit denen er bis zum Ende des Jahrzehnts rechne, auch solche im Bauwesen oder in der Fertigung.
KI wird Menschen (und vielleicht auch KI-Systeme) in die Lage versetzen, mehr Schaden anzurichten. Durch KI ermöglichte Betrugsfälle, Desinformation, Deepfakes und Überwachung sind die Gefahren, die viele Menschen in ihrem Alltag am stärksten zu spüren bekommen. Zudem nutzten Cyberkriminelle KI-Fähigkeiten zunehmend für Angriffe. Selbst Kriminelle mit sehr begrenzten Fähigkeiten würden in der Lage versetzt, Opfer jeder Größenordnung ins Visier zu nehmen.
Künstliche Intelligenz könnte die Entwicklung unserer Kinder beeinträchtigen und menschliche Beziehungen ersetzen. Stets wohlwollende und bestätigende, unendlich geduldige KI-Gefährten hätten ein hohes Suchtpotenzial und könnten uns der Lektionen berauben, die wir durch den Kontakt mit anderen Menschen lernen.
Den Gefahren stünden aber auch viele Vorteile der KI gegenüber: “Dank ihrer Fähigkeit, Wissen aus allen wissenschaftlichen Bereichen zu synthetisieren, kann KI Innovationen bei den schwierigsten technischen Herausforderungen der Welt beschleunigen: die Versorgung aller Menschen mit zuverlässiger, sauberer Energie, die Bekämpfung des Klimawand