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Weltraumteleskop Roman soll 100.000 Exoplaneten entdeckten
Ein neues Großteleskop der NASA steht vor dem Start. Roman soll am 30. August ins All fliegen und mit seinem großen Gesichtsfeld unter anderem rund 100.000 Exoplaneten über Transits sowie mehr als 1.000 weitere durch Mikrolinseneffekte entdecken. Zugleich soll die Mission Dunkle Energie, Dunkle Materie und die Entwicklung von Galaxien untersuchen.
Kennedy Space Center (U.S.A.). Die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (NASA) bereitet den Start ihres Nancy Grace Roman Space Telescope für den 30. August 2026 vor. Der Start mit einer Falcon Heavy von SpaceX ist frühestens für 13.26 Uhr MESZ von Startkomplex 39A vorgesehen. Am 25. August wurde das bereits in der Nutzlastverkleidung eingeschlossene Teleskop zum SpaceX-Hangar am Startkomplex gebracht, wo es mit der Rakete verbunden werden soll.
Eine Launch Readiness Review am 28. August soll den endgültigen Startstatus klären. Nach NASA-Angaben liegt der geplante Start neun Monate vor dem früheren Zeitplan. Nach dem Abheben soll Roman zum zweiten Lagrangepunkt des Sonne-Erde-Systems, kurz L2, in rund 1,5 Millionen Kilometern Entfernung fliegen. Die primäre Mission ist auf fünf Jahre ausgelegt, angestrebt sind zehn Jahre Betrieb.
Romans Hauptspiegel misst 2,4 Meter. Sein Wide Field Instrument verbindet scharfe Infrarotbilder mit einem Gesichtsfeld, das mindestens 100-mal größer ist als beim Hubble-Weltraumteleskop. Damit kann Roman große Himmelsgebiete vergleichsweise schnell erfassen und zugleich seltene Objekte in umfangreichen Datensätzen aufspüren.
Bei der Suche nach Exoplaneten soll Roman zwei Methoden kombinieren. Eine Zeitserien-Durchmusterung in Richtung der zentralen Verdickung der Milchstraße wird rund 100 Millionen Sterne wiederholt beobachten. Bei Transits verraten sich Planeten durch kleine periodische Helligkeitsabfälle, wenn sie vor ihrem Stern vorbeiziehen. Auf diese Weise erwartet die NASA rund 100.000 Funde.
Die Mikrolinsenmethode nutzt dagegen die vorübergehende Lichtverstärkung eines Hintergrundsterns durch die Schwerkraft eines davorstehenden Sternsystems. Sie ist besonders für Planeten in größeren Umlaufbahnen geeignet und kann auch sehr massearme Welten erfassen. Die NASA rechnet mit mehr als 1.000 zusätzlichen Planeten durch diesen Effekt, darunter möglicherweise Körper mit Erd- oder Marsmasse.
„Unser Sonnensystem ist nicht die universelle Blaupause“, sagt Instrumentenwissenschaftlerin Vanessa Bailey vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA.
Gerade die Kombination beider Suchverfahren soll deshalb zeigen, wie stark sich Planetensysteme in verschiedenen Regionen der Milchstraße unterscheiden. Transits bevorzugen andere Planetentypen als Mikrolinsen und ergänzen damit die bisher stark von der näheren galaktischen Umgebung geprägte Exoplanetenstichprobe.
Roman ist zugleich als großflächiges Kosmologie-Teleskop konzipiert. Mit seinen Durchmusterungen soll es mehr als eine Milliarde Galaxien beobachten und dabei große Stichproben nach Form, Entfernung und räumlicher Verteilung vermessen. Eine zentrale Methode ist die schwache Gravitationslinsenwirkung, bei der Materie die beobachteten Formen weit entfernter Galaxien geringfügig verzerrt. Aus vielen solchen Messungen lässt sich die Verteilung der unsichtbaren Dunklen Materie statistisch kartieren.
Zusätzlich soll Roman untersuchen, wie sich die Expansion des Universums über kosmische Zeiträume verändert hat. Dazu dienen unter anderem die räumliche Verteilung von Galaxien und Beobachtungen weit entfernter Supernovae. Die Messungen sollen verschiedene Erklärungen für die beschleunigte Expansion und die Rolle der Dunklen Energie genauer gegeneinander testen.